3. Wendland Free Flow Open Air-Festival

20. bis 22. August 2010, Alte Ziegelei, Mützingen
(bei Dannenberg/Wendland)

 

TON STEINE SCHERBEN Family + Embryo + Kerlox + Karnatic Galaxies + Stahlband +
Beelzebub Airlines + Way Out + Der Berg groovt + Kill the Poor + Max Weissenfeldt + Strom +
Omray + Locko Richter und Jürgen Benz Projekt + Open Space Contact Jams + Workshops


Langsam scheint es Tradition zu werden. Denn "Gorleben soll leben" heißt und klingt es auch in diesem Jahr wieder, wenn interessante Bands aus dem Fusion-Spektrum in musikalischer Sprache ihre Solidarität mit dem Gorleben-Widerstand zum Ausdruck bringen. Zusammen mit "Embryo"-Mastermind und Weltmusikpreisträger Christian Burchard, wird das ungewöhnliche Festival auf dem Gelände der alten Ziegelei in Mützingen, nahe Dannenberg, wieder von Atomkraftgegnern organisiert.

Aus Sicht von Christian Burchard ist das Festival ein wichtiger Brückenschlag zwischen Protestbewegung und Kultur. Er bedankt sich "für die Mithilfe der freien unabhängigen Musikszene ein Forum zu geben". "Und die Musiker der verschiedenen Bands verbreiten Hintergründe und Informationen zum Gorleben-Widerstand bei ihren Reisen und Auftritten weiter", so Organisator Francis Althoff

Free Flow steht für das Verlangen und die Offenheit nebeneinander Existierendes gleichberechtigt zu verbinden, ist der kreative Quell, um sich auf die Abenteuer unbekannter Klangreisen zu begeben. Musik ist so wohl der erste und früheste positive Ausdruck einer Globalisierung. Denn dank Weltenbummlern und Einwanderern, die andernorts unbekannte Traditionen, Klänge und neue Ideen im Gepäck hatten, konnte sich an neuen Orten erst Neues entwickeln. Auch durch die familiäre Atmosphäre der letztjährigen Festivals motiviert, laden Veranstalter und Bands zu einer neuerlichen ungewöhnlichen Klangreise ein.

Wie gewohnt tummeln sich auch wieder Festivallegenden der 70er Jahre in Mützingen. Lothar Stahl, der mit der ehemaligen Politrock-Band "Checkpoint Charly" das Bürgertum erschreckte, bietet mit seiner Formation "Stahlband" eine Reise durch Weltmusik und JazzRock. ArtZen Wehmeyer, Mitgründer von "Missus Beastly", nimmt mit seinem neuen Projekt "Kill the Poor" teil. Locko Richter und Jürgen Benz, von den genialen 70er JazzRock-Bands "Aera", "Munju", "Missus Beastly",
lassen mit dem Auftritt ihrer Gruppe nicht nur alte Zeiten aufleben. Und natürlich laden Christian Burchard und "Embryo", die seit 41 Jahren auf Tournee sind, wieder zu einer multikulturellen Reise auf ihrem musikalischen fliegenden Teppich ein. "Keine Macht für Niemand" heißt es am Sonntag Abend, wenn die "Ton Steine Scherben Family" das Ende des Festivals einläutet.

Die weiteste Anreise haben diesmal "Kerlox" aus Süditalien. Hochtalentiert und spielfreudig klingen sie mal wie eine angesagte Ska-Band, dann stimmen sie gekonnt mit orientalischem Instrumentarium eine seltene aber ins Ohr gehende kurdische Melodie an, um dann mit den seit Jahrhunderten nur in der Basilicata benutzten sog. Brummtöpfen einzigartige Klangbilder zu schaffen. Percussionist Christian Schmidthofer, Mitglied des "Karnataka Collage of Percussion" in Bangalore, bietet mit seiner Formation "Karnatic Galaxies" Weltmusik vom Feinsten. "Beelzebub Airlines" aus Oldenburg, mit original Hüttendorf 1004-Schlagzeuger haben schon solidarisch vor der Einfahrt zum Gorlebener Zwischenlager gespielt und beschreiben sich als norddeutsche Monopolisten für angejazzten Hippie-Kraut-Prog-Psychodelic-High-Energy-Noise. Die jazzigen "Way Out" spielen ein unkonvetionelles "Improvisations Sounds Tribute to Keith Jarretts 65 Birthday". "Der Berg Groovt" aus Frankfurt laden zu einer entspannten, psychedelisch groovigen Klettertour mit guter Aussicht ein. Das Kasseler Improvisationskollektiv "Strom" bietet, untermalt von erstaunlichen Instrumenten und Gesängen, einen Abenteuer-Trip fürs Ohr. "Omray" wollen mit experimentellem Rock und JazzRock das Hier und Jetzt aufnehmen und einen Klang geben. Neben weiteren Bands hat sich Max Weissenfeldt von den "poets of rhythm" mit eigenem Groove-Projekt angekündigt.

 

Speziell und auch wie im letzten Jahr: Wer eigene unverstärkte Instrumente mitbringt, kann zwischendurch als besonderes Erlebnis in Contact-Jams mit den Bands mitspielen. Der gewohnt familiäre Charakter des Festivals wird diesmal zusätzlich durch Mitmach-Workshops gestärkt, die u.a. von "Embryo", "Stahlband" und "Kerlox" angeboten werden. Für Christian Schmidthofer's Einführung in die indische Konakol-Trommelsprache sind nicht einmal mitgebrachte Instrumente erforderlich.

Einlass ist
Freitag 20. August ab 15 Uhr, Beginn 18 Uhr.
Wer will, kann am Waldrand sein Zelt aufschlagen.
3 Tage-Ticket 30,-
Tagesticket 15,-
Campen 3,-
Wasser 1,-
Bier 2,-

Weitere Infos auf www.embryo.de

Francis Althoff

Bearbeitet am: 24.06.2010/ad


zurück zur Homepage