Castor-Transport 2004

(Eine Initiative der Fachgruppe Radioaktivität)

 U. Bolle, H. Görlich, U. Jentzsch


CASTOR-Strahlung am Strassenrand

Auch 2004 konnte die Straßenüberwachungsanlage der Fachgruppe Radioaktivität die Strahlung des vorbeifahrenden CASTOR-Konvois registrieren. Mit der Anlage kann nur der geringste Anteil der Gesamtstrahlung, die Gamma-Strahlung, erfasst werden. Die Neutronenstrahlung, der größere Anteil der CASTOR-Strahlung, lässt sich aus den offiziellen, veröffentlichten früheren Messungen des BfS jedoch abschätzen.
Der Detektor, ein empfindlicher Geiger-Müller Zähler, war ca. vier Meter vom Straßenrand entfernt aufgestellt. Alle drei Sekunden wird rund um die Uhr die Strahlenintensität der Gamma-Strahlung automatisch registriert.

Das Messergebnis, das der im Nov. 2004 vorbeifahrende CASTOR-Konvoi erzeugte, ist in Abbildung 1. wiedergegeben.

CASTOR-Gamma-Strahlung
November 2004

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Abb. 1. Wie die registrierten Strahlungsintensitäten der einzelnen Behälter zeigen, fahren jeweils zwei Transporter im kurzen Abstand von einander. Die Strahlenfelder überlappen sich. Ferner ist zu erkennen, dass sich die Strahlenintensität der einzelnen Behälter um ca. Faktor 2 unterscheiden können. Dieses Ergebnis ist nicht überraschend. Die Menge der in den Glaskokillen eingeschlossenen Radioaktivität wird bestimmt vom Abbrand der Brennelemente im Reaktor und der Zeit der Lagerung bis zur Verarbeitung in der Wiederaufarbeitungsanlage. Die Menge der Radioaktivität bestimmt die Strahlenintensität der den Behälter durchdringenden Strahlung.

Vergleicht man die Gamma-Strahlung des neunten Behälters (stärkste Intensität) mit der natürlichen Umgebungsstrahlung, so ergibt sich ein um den Faktor 50 höherer Wert. Frühere Messungen des BfS weisen aus, dass die Gammastrahlung nur einen Anteil von ca. 20% an der Gesamtstrahlung ausmacht. Daraus errechnet sich ein Faktor von 240 im Vergleich zur Umgebungsstrahlung. Die offiziellen Messungen legen ein Gefährdungspotential für Neutronen-Strahlung entsprechend den Empfehlungen der Internationalen Strahlenschutz-Kommission zugrunde. Dieses widerspricht gesicherten, internationalen Erkenntnissen der Strahlenbiologen (ICRU). Demnach ist das Gefährdungspotential mindestens um den Faktor 2,5 höher als offiziell angenommen. Berücksichtigt man diesen Zusammenhang, so ist die Strahlenintensität des betrachteten CASTOR-Behälters ca. 520 mal höher als die der Umgebungsstrahlung in der Entfernung der Messstelle vom CASTOR.

Wie aus Abbildung 1. ersichtlich, benötigte der Konvoi ca. fünf Minuten, um die Messstelle zu passieren. Mittelt man die Dosisleistung der CASTOR-Strahlung über ein Jahr, dann ist sie im Vergleich zur nahezu konstanten Dosisleistung der natürlichen Strahlung vernachlässigbar gering. Diese Art der Mittelung ist der übliche Trick, mit dem man Strahlenbelastungen verharmlost. Denn die Mittelung über ein Jahr ist für Teilung einer befruchteten Eizelle und die Entwicklung eines Embryos völlig unangemessen . Bei den gemessenen Dosisleistungen ist zumindest (potentielle) Schwangeren zu raten, von CASTOR-Behältern möglichst großen Abstand zu wahren.


Und Selbst in einem Abstand von ca. 40 Metern von der Strasse wird die Gammastrahlung des Konvois eindeutig registriert, wie Abbildung 2. zeigt. Die Anlage ist zur Messung des Strahlenklimas installiert worden. Der Detektor ist für die gerichtete CASTOR-Strahlung nicht optimal ausgerichtet und erfasst somit nur einen Bruchteil.

Abb. 2. Strahlungssignal des CASTOR-Konvois an einer Umgebungsüberwachungsanlage.

CASTOR-Strahlung 09.11.2004

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Bearbeitet am: 23.11.2003/ad


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