Umgebungsüberwachung Gorlebener Anlagen unabhängig von Staat und Betreiber

(Eine Initiative der Fachgruppe Radioaktivität)

 U. Bolle, H. Görlich, U. Jentzsch


Aktuelle Auswertungen 1. Februar 2004 bis 31.Mai 2004

 

(Diese Darstellung wird ca. vierteljährlich aktualisiert. Falls aussergewöhnliche Messdaten vorliegen, wird gesondert berichtet werden. )

Anmerkung:  Die Messstelle r4 konnte ab 01.05.04 wieder in Betrieb genommen werden. Der Bericht verzögerte sich aufgrund eines Diebstahls des PC, auf dem die Daten ausgewertet
werden.

Strahlungsintensität
In Abbildung 1. sind die Messungen in Gorleben (r2) über einen Zeitraum vom 01.02.04 bis zum 31.05.2004 dargestellt. Reihe 1 zeigt den Tagesmittelwert an, Reihe 2 und Reihe 3 geben den Tageshöchstwert bzw. geringsten Wert wieder. Die Höchstwerte zeigen an einzelnen Ta-gen Spitzen, die durch Radioaktivitätseintrag bedingt sind.

Abbildung 1

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Abb. 1. Relative Dosisleistung registriert in Gorleben an der Messstelle r2 über den Zeitraum vom 01.02.04 bis 31.05.04. Die mittlee relative Dosisleistung ist über den Zeitraum konstant bei ca. 27000 Impulsen pro Stunde.

In der nächsten Abbildung sind die Tagesmittelwerte der im Abstand von fünf Minuten erfassten   Strahlungsintensitäten im Berichtszeitraum dargestellt.

Abbildung 2

 

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Abb. 2 Relative Dosisleistungen im Berichtszeitraum vom 01.02. 2004 bis 31.05.2004 in Gedelitz (r1), Gorleben (r2) , Trebel (R3) und Meetschow (r4). Eine Impulsrate von 26600 Imp/h entspricht in etwa einer Dosisleistung von 70 Nanosievert pro Stunde (nSv/h).

Erhöhungen der Intensität sind in der Regel an allen Messstellen zu beobachten.
Im Berichtszeitraum war z.B. am 05.05.04 ein hoher Wert ( bis zu 23 % über normal) zu beobachten. Verantwortlich für den Radioaktivitätseintrag durch Feuchtigkeit (Regen, Schnee, Nebel) sind Aerosole, die mit der Feuchtigkeit transportiert werden. Aus der Abklingzeit der Radioaktivität kann man ermitteln, dass es sich um Folgeprodukte des Radonzerfalls handelt. Das Edelgas Radon entsteht beim radioaktiven Zerfall des natürli-chen Urans in der Erde. Die Abbildungen 3 und 4 zeigen den typischen zeitlichen Verlauf der relativen Dosisleistung bei Radioaktivitätseintrag durch Regen.

Abbildung 3

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Abbildung 4

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Abb. 3. und 4. Beispiel für Radioaktivitätseintrag durch Regen (rote Linien zeigen Feuchtigkeit an) am 05..05.04 an zwei Messstellen. Eine Erhöhung der Impulsrate, die nahezu zeitgleich an verschiedenen Messstellen registriert wird, schliesst die Gorlebener Anlagen als Ursache aus. Nicht jeder Niederschlag ist jedoch mit Radioaktivitätseintrag verbunden.

CASTOR-Transporte

Bei Castortransporten ist eine Erhöhung der Intensität jedoch nur in Gorleben zu beobachten. In Abbildungen 5 ist die in fünf Minutenabstand registrierten Messwerte an Tagen des CASTOR - Transports aufgezeichnet.
Bei der Messung muss berücksichtigt werden, dass die CASTOR- Strahlung gerichtet ist. Sie entsteht durch die Radioaktivität, die in den Behältern eingeschlossen ist. Gleiches gilt für die Neutronenstrahlung, die vom Messsystem nicht gemessen wird. Die Messstellen sind zur Er-fassung von Radioaktivitätseintrag, nicht zur Registrierung einer gerichteten Strahlung konzi-piert. Aus der Tatsache, dass sie dennoch erfasst wird, zeigt, dass die Strahlung aus CASTOR – Behältern nicht auf die unmittelbare Umgebung beschränkt ist, wie häufig behauptet wird.

Abbildung 5

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Abb. 5 Die CASTOR-Transporte am 14.11.01(durchgezogene Linie) und 14.11.02 (gestri-chelte Linie) erreichten Gorleben (r2 schwarz) fast zur gleichen Uhrzeit. Auch in ca. 40 Meter Entfernung ist die Gammastrahlung noch registrierbar .Zum Vergleich ist die Strahlungsintensität in Gedelitz (r1 rot) am Tag eines Castor – Transports (14.11.01) aufgezeichnet, hier zeigte sich keine Erhöhung. Nur die Gammastrahlung wird registriert, die nach offiziellen Messungen (BfS) nur 20% (realistischer 10%) der Gesamtstrahlung ausmacht.

Mit der entwickelten Anlage zur Strassenüberwachung lassen sich Transporte von radioaktiven Abfall registrieren, nicht nur CASTOR-Transporte.

 

Abbildung 6

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Abbildung 7

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Abbildung 8

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Abb. 6 bis 8. Im Vergleich zu einem Transport mit schwach bzw. mittelaktiven Abfall (Abbildung 6) ist die Strahlenintensität von Castor-Transporten (Abbildung 7 u. 8) erheblich höher. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die registrierte Gamma-Strahlung nur etwa 20%, (realistischer weniger als 10%), der gesamten Strahlenbelastung ausmacht. Die wesentlich höhere Neutronen-Strahlung wird vom Detektor nicht erfasst.

Bericht Nr.15: Zeitraum 01.02.2004 bis 31.05.04

Bearbeitet am: 2906.2004/ad


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