Umgebungsüberwachung Gorlebener Anlagen unabhängig von Staat und Betreiber

(Eine Initiative der Fachgruppe Radioaktivität)

 U. Bolle, H. Görlich, U. Jentzsch


Aktuelle Auswertungen 1. Juli bis 31. Oktober 2003 

(Diese Darstellung wird ca. vierteljährlich aktualisiert. Falls aussergewöhnliche Messdaten vorliegen, wird gesondert berichtet werden. )

Anmerkung:  Bei den Messstellen r3 und r4 ergaben sich im Berichtszeitraum Ausfälle, die zum Teil technisch bedingt bzw. auf Umbauarbeiten zurückzuführen sind.

Strahlungsintensität

In Abbildung 1 sind die Tagesmittelwerte der im Abstand von fünf Minuten erfassten Strahlungsintensitäten aufgeführt.

Abbildung 1

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Abb. 1. Relative Dosisleistungen vom 01.07. bis 31.10.03 in Gedelitz (r1), Gorleben(r2), Trebel (R3) und Meetschow (r4).
Eine Impulsrate von 26600 Imp/h entspricht in etwa einer Dosisleistung von ca. 70 Nanosievert pro Stunde (nSv/h).

Erhöhungen der Intensität sind in der Regel an allen Messstellen zu beobachten. Im Be-richtszeitraum war z.B. am 22.07.03 ein besonders hoher Wert ( bis zu 36 % über normal) zu beobachten. Verantwortlich für den Radioaktivitätseintrag durch Feuchtigkeit (Regen, Schnee, Nebel) sind Aerosole, die mit der Feuchtigkeit transportiert werden. Aus der Abklingzeit der Radioaktivität kann man ermitteln, dass es sich um Folgeprodukte des Radonzerfalls handelt. Das Edelgas Radon entsteht beim radioaktiven Zerfall des natürlichen Urans in der Erde (Abbildung 2 u. 3).

Abbildung 2 u. 3

 

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Abb. 2 u. 3. Beispiel für Radioaktivitätseintrag durch Regen am 22.07.03. an zwei Messstellen. Eine Erhöhung der Impulsrate, die nahezu zeitgleich an verschiedenen Messstellen re-gistriert wird, schliesst die Gorlebener Anlagen als Ursache aus.
Nicht jeder Niederschlag ist jedoch mit Radioaktivitätseintrag verbunden.

CASTOR-Transporte

Bei Castortransporten ist eine Erhöhung der Intensität jedoch nur in Gorleben zu beobachten. In den Abbildungen 4 u. 5 sind die in fünf Minuten registrierten Messwerte an Tagen der CASTOR - Transporte aufgezeichnet.

Bei der Messung muss berücksichtigt werden, dass die CASTOR-Strahlung gerichtet ist. Sie entsteht durch die Radioaktivität, die in den Behältern eingeschlossen ist. Gleiches gilt für die Neutronenstrahlung. Die Messstellen sind zur Erfassung von Radioaktivitätseintrag, nicht zur Registrierung einer gerichteten Strahlung konzipiert. Aus der Tatsache, dass sie dennoch erfasst wird, zeigt, dass die Strahlung aus CASTOR – Behältern nicht auf die unmittelbare Um-gebung beschränkt ist, wie häufig behauptet wird.

Abbildung 4

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Abbildung 5


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Abb. 4 und 5 Die CASTOR-Transporte am 14.11.01(durchgezogene Linie) und 14.11.02 (gestri-chelte Linie) erreichten Gorleben (r2 schwarz) fast zur gleichen Uhrzeit. Auch in ca. 40 Meter Entfernung ist die Gammastrahlung noch registrierbar .Zum Vergleich ist die Strahlungsintensität in Gedelitz (r1 rot) am Tag eines Castor – Transports (14.11.01) aufgezeichnet, hier zeigte sich keine Erhöhung. Nur die Gammastrahlung wird regist-riert, die nach offiziellen Messungen (BfS) nur 20% (realistischer 10%) der Gesamt-strahlung ausmacht. Abbildung 5 zeigt den Castortransport im November 2003.

Mit der entwickelten Anlage zur Strassenüberwachung lassen sich Transporte von radioaktiven Abfall registrieren, nicht nur CASTOR-Transporte.

Abbildung 6

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Abbildung 7

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Abbildung 8

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Abb. 6 bis 8. Im Vergleich zu einem Transport mit schwach bzw. mittelaktiven Abfall (Abbildung 6) ist die Strahlenintensität von Castor-Transporten (Abbildung 7 u. 8) erheblich höher. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die registrierte Gamma-Strahlung nur etwa 20%, (realistischer weniger als 10%), der gesamten Strahlenbelastung ausmacht. Die wesentlich höhere Neutronen-Strahlung wird vom Detektor nicht erfasst.

 

Bericht Nr. 13: Zeitraum 01.07. bis 31.10.03 

Bearbeitet am: 04.12.2003/ad


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