Umgebungsüberwachung Gorlebener Anlagen unabhängig von Staat und Betreiber

(Eine Initiative der Fachgruppe Radioaktivität)

 U. Bolle, H. Görlich, U. Jentzsch


Aktuelle Auswertungen 1. April bis 30. Juni 2003 

(Diese Darstellung wird ca. vierteljährlich aktualisiert. Falls aussergewöhnliche Messdaten vorliegen, wird gesondert berichtet werden. )

Anmerkung:  Die Messstelle r4 wird wegen Bauarbeiten demnächst für einige Zeit nicht zur Verfügung stehen. An der Wetterstation werden Reparaturarbeiten durchgeführt. Wir hoffen, dass die Messung der Windgeschwindigkeit und der Windrichtung bald wieder möglich ist.

A. Strahlungsintensität

In Abbildung 1 sind die Tagesmittelwerte der im Abstand von fünf Minuten erfassten Strahlungsintensitäten aufgeführt.

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Abb. 1. Relative Dosisleistungen vom 01.04. bis 30.06.03 in Gedelitz (r1), Gorleben(r2), Trebel (R3) und Meetschow (r4).
Eine Impulsrate von 26600 Imp/h entspricht in etwa einer Dosisleistung von ca. 70 Nanosievert pro Stunde (nSv/h).

Erhöhungen der Intensität sind in der Regel an allen Messstellen zu beobachten. Verantwortlich für den Radioaktivitätseintrag durch Feuchtigkeit (Regen, Schnee, Nebel) sind Aerosole, die mit der Feuchtigkeit transportiert werden. Aus der Abklingzeit der Radioaktivität kann man ermitteln, dass es sich um Folgeprodukte des Radonzerfalls handelt. Das Edelgas Radon entsteht beim radioaktiven Zerfall des Urans.

 

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Abb. 2 Beispiel für Radioaktivitätseintrag durch Regen am 08.06.03. an drei Messstellen.
Nicht jeder Niederschlag ist jedoch mit Radioaktivitätseintrag verbunden.

CASTOR-Transporte

Bei Castortransporten ist eine Erhöhung der Intensität jedoch nur in Gorleben zu beobachten. In Abbildung 2. sind die in fünf Minuten registrierten Messwerte an Tagen der CASTOR - Transporte aufgezeichnet.

Bei der Messung muss berücksichtigt werden, dass die CASTOR- Strahlung gerichtet ist. Sie entsteht durch die Radioaktivität, die in den Behältern eingeschlossen ist. Gleiches gilt für die Neutronenstrahlung. Die Messstellen sind zur Erfassung von Radioaktivitätseintrag, nicht zur Registrierung einer gerichteten Strahlung konzipiert. Aus der Tatsache, dass sie dennoch er-fasst wird, zeigt, dass die Strahlung aus CASTOR – Behältern nicht auf die unmittelbare Um-gebung beschränkt ist, wie häufig behauptet wird.

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Abb. 3. Die CASTOR-Transporte am 14.11.01(durchgezogene Linie) und 14.11.02 (gestri-chelte Linie) erreichten Gorleben (r2 schwarz) fast zur gleichen Uhrzeit. Auch in ca. 50 Meter Entfernung ist die Gammastrahlung noch registrierbar .Zum Vergleich ist die Strahlungsintensität in Gedelitz (r1 rot) am Tag eines Castor – Transports (14.11.01) aufgezeichnet. Nur die Gammastrahlung wird registriert, die nach offiziellen Messun-gen (BfS) nur 20% (realistischer 10%) der Gesamtstrahlung ausmacht.

Mit der entwickelten Anlage zur Strassenüberwachung lassen sich Transporte von radioaktiven Abfall registrieren. Der letzte Transport von 12 Behältern ist hier als Beispiel wiedergegeben.

 

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Abb. 4. Im Vergleich zu einem Transport mit schwach bzw. mittelaktiven Abfall ist die Strahlenintensität von Castor-Transporten erheblich höher. Dabei muss berück-sichtigt werden, dass die registrierte Gamma-Strahlung nur etwa 20%, (realisti-scher weniger als 10%), der gesamten Strahlenbelastung ausmacht. Die wesent-lich höhere Neutronen-Strahlung wird vom Detektor nicht erfasst.

Bericht Nr. 12: Zeitraum 01.04. bis 30.06.03 

Bearbeitet am: 31.07.2003/ad


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