Umgebungsüberwachung Gorlebener Anlagen unabhängig von Staat und Betreiber
(Eine Initiative der Fachgruppe Radioaktivität)
U. Bolle, H. Görlich, U. Jentzsch
(Diese Darstellung wird monatlich aktualisiert)
| A. Strahlungsintensität
Abb. 1a. Relative Dosisleistungen vom 01.03. bis 31.05.02 in Gedelitz (r1), Gorleben (r2), Trebel (R3) und Meetschow (r4). Erstmals wurden am 13.04. bis 15.04 an allen Messtellen grössere Abweichungen der Mittelwerte registriert. Eine Impulsrate von 26600 Imp/h entspricht in etwa einer Dosisleistung von 70 Nanosievert pro Stunde (nSv/h).
Abb.1b Abweichung der maximalen Strahlungsintensität vom Mittelwert eines Tages an den Messstationen r1 bis r4 vom 01.03. bis 31.05.02. Abweichungen von mehr als 10% (Bereich normaler Schwankung) sind auf Strahlung von Radon Aerosolen zurückzuführen, die im Niederschlag enthalten sind. Erkennbar ist, dass bei erhöhter Intensität meist alle Stationen einen erhöhten Wert registrieren. Ausnahmen ergeben sich bei fast ganztägigem Niederschlag (13. bis 16. Apr.) mit Radioaktivitätseintrag. Dadurch erhöht sich die Intensität insgesamt. Eine weitere Ausnahme bildete der Castor Transport am 14.11.01.
Abb. 2. Vergleich der Messdaten am 14.11.01 in Gorleben (r2 schwarz) und in Gedelitz (r1 rot) am Tag eines Castor - Transports. Nur die Gammastrahlung wird registriert, die nach offiziellen Messungen (BfS) nur 20% der Gesamtstrahlung ausmacht.
Abb. 3 Beispiel für Radioaktivitätseintrag durch
Regen am 04.05.02.
B. Wetterstation(Die Messdaten der Wetterstation sind notwendig zur Analyse besonderer Ereignisse - Radioaktivitätseintrag). Wir gehen davon aus, dass auch ein Interesse an diesen Messdaten besteht, wenn ein derartiges Ereignis nicht beobachtet wurde.
Abb.1. Verteilung der Windstärke von 1. Mrz. bis 31. Mai.2002. Die Nachweisgrenze liegt bei 0,4 km / h. Unterhalb dieser Windstärke kann keine Windrichtung bestimmt werden. Im April lag die Windgeschwindigkeit in 25% (Mai - 19,4%) der Zeit unter der Nachweisgrenze.
Abb.2. Häufigkeit der Windrichtungen von 01.03. bis 31.05.2002.
Abb. 3. Temperaturverlauf in Gorleben mit den Tagesschwankungen.
Abb. 4. Niederschlagshäufigkeit bezogen auf den Zeitraum eines Tages vom 1. Jan. bis 31.Mrz.2002. C. Strassentransporte schwach- und mittelaktiver AbfälleStrassentransporte von schwach- und mittelaktiven Abfällen zu und von dem Abfalllager in Gorleben finden in der Öffentlichkeit im Gegensatz zu CASTOR Transporten keine Beachtung. Auch von diesen Transporten kann eine nicht unbedeutende Belastung durch ionisierende Strahlung ausgehen (s. Tabelle 1). Die Fachgruppe Radioaktivität hat eine Methode entwickelt, auch diese Transporte zu registrieren. Obgleich die Entwicklungsar-beit noch nicht abgeschlossen ist, liegen erste Ergebnisse vor. Im 3- Sekundentakt wird die Strahlungsintensität durchgehend gemessen. Wird eine In-tensität registriert, die die natürliche übersteigt. Es werden die Messdaten von zwei Minu-ten vor dem Ereignis und zwei Minuten danach als Kontrollmessung auf einem PC ge-speichert.
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Bearbeitet am: 23.06.2002/ad