WISE News Kommunique,
Ausgabe 508,
vom  09.04.1999

LAGERUNG VON NUKLEARABFÄLLEN IN SALZ - EXPLOSIONSGEFAHR

Neue Forschungsergebnisse zeigen, daß Salz nach einer Strahlenbelastung durch Nuklearabfälle hochexplosiv werden kann. Professor H. W. Hartog von der Universität Groningen, Niederlande, hat das Verhalten von bestrahltem Salz über einen Zeitraum von 15 Jahren erforscht. "Salz erhitzt sich durch Bestrahlung, und es entstehen EXPLOSIVE REAKTIONEN", so seine Stellungnahme.

Eine der wissenschaftlichen Kontroversen bezüglich der Lagerung von Nuklearabfällen in Untertage-Salzformationen ist der Schaden, der durch Strahlung verursacht wird. Wenn Salz einer Strahlung durch Atommüll ausgesetzt wird, wird es teilweise in seine Elemente Chlor und Natrium umgewandelt. Den Hartog wollte diesen Prozeß untersuchen, weil große Mengen an Energie freigesetzt werden, wenn sich dieser Prozeß umkehrt. Vorherige Forschungen haben ihn zu der Auffassung gebracht, daß dies eventuell zu einer Explosion im Salzgestein führen kann. Wenn sich die Temperatur erhöht, verbinden sich Chlor und Natrium
wieder zu Salz. Die im Verlaufe dieser Reaktion freigesetzte Energie kann das Schmelzen und eventuelle Verdampfen der gelagerten Fässer mit Atommüll verursachen. "Zu dem Zeitpunkt wußten wir noch nicht, was die Explosion ausgelöst hat, aber mittlerweile haben wir eine Reihe von Tatsachen bewiesen. Erstens wird viel mehr Salz - 15 Prozent oder mehr - zu Chlor und Natrium umgewandelt, als man dies vorher vermutet hat. Wir haben dies anhand von Versuchen bewiesen," sagte Prof. Hartog.

Eine zweite wichtige Entdeckung ist die Tatsache, daß bei der Umwandlung von Salz in seine beiden Bestandteile Löcher entstehen. Diese Löcher haben einen Durchmesser von einem Tausendstel Millimeter. Sie sind instabil und implodieren, wie Prof. Hartog herausfand. Dies führt zu einem lokalen, starken Anstieg der Temperatur, was wiederum zu einer Stoßwelle führt. Diese Stoßwelle führt wiederum zu einer erneuten Verbindung des Chlors und Natriums zu Salz. Dieser Prozeß setzt Energie frei und verstärkt diese Stoßwelle.

Was passiert, wenn ein in einem Salzdom im Norden der Niederlande gelagertes Faß mit Atommüll explodiert? Prof. Hartog ist sich ziemlich sicher, daß die sich ergebende Stoßwelle durchaus zu einer Explosion eines weiteren Fasses  führen kann. Wichtig ist, daß das Salz den Behälter hermetisch abriegeln würde. Aus diesem Grunde würden die Stoßwellen nicht gedämpft. Ein Salzdom würde viele Fässer enthalten. Jungfräuliches Salz würde die Stoßwellen gut leiten; man kann Auswirkungen auf andere Fässer erwarten, eventuell in einer Entfernung von bis zu 50 Metern. "Die Salzkaverne würde nicht vollständig explodieren, macht Den Hartog klar, "aber die berechnete Explosivkraft ist nicht klein und es wird ein hoher Schaden entstehen."

Die von der Regierung eingesetzte Kommission für die Entsorgung von Atommüll (CORA) hat Den Hartog mit dem Forschungsprojekt beauftragt. "Wir müssen ausschließen, daß sich in den Salzkavernen Explosionen ereignen. Das ist der Grund, warum ich den Prozeß so genau wie möglich verstehen will", sagt Den Hartog. Er hat den Eindruck gewonnen, daß nicht alle dieser Meinung sind. Es gibt noch immer Menschen, die Atommüll so schnell wie möglich in Salzkavernen einlagern wollen.

Quelle & Kontakt: Herman Damveld

Bearbeitet am: 10.05.1999/ad


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