Die Hauptprobleme des Gorlebener Salzstocks als Atommüll-Endlager

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  • Das Deckgebirge, die wasserdichte Tonschicht über dem Salzstock, fehlt auf 7,5 Quadratkilometern. Diese sollte jedoch die wichtigste Barriere gegen den Eintritt kontaminierter Wässer in die Biosphäre darstellen.
  • Der Gipshut, als Schutz des Salzstocks vor Auflösung durch Grundwasser und gegen das Eindringen von Wasser in den Endlagerbereich, fehlt an vielen Stellen.
  • Das Salz ist nicht homogen. Beim Aufsteigen des Salzstockes wurden die unterschiedlichen Salzschichten stark verfaltet.
  • Es gibt zahlreiche Gas und Lösungseinschlüssen im Salzstock und der Haupt-Anhydrit, eine wasserleitende Gipsschicht, reicht bis in die Einlagertiefe hinab..
    Hier muss mit Wassereinbruch gerechnet werden.

Betrachtet man den gesamten Salzstock, so sieht man auf der anderen Elbseite den Rudower See genau über dem Salzstock. Hier wurden größere Bereiche des Salstockes ausgelaugt und sind anschließend eingestürzt.

Zwar umhüllt Salz die Behälter und leitet die Wärme ab, die Gasbildung durch Strahlung und Wärme ist jedoch problematisch. Wegsamkeiten können entstehen.

Nach den ursprünglichen Vorstellungen der Befürworter sei die Biosphäre durch ein „Mehrbarrierensystem“ geschützt: Der Behälter, die Verfüllung und der Schachtverschluss als Barriere, das Salz und das Deckgebirge als geologische Barriere.

Nach den neueren Konzepten wollen die Betreiber auf den schützenden Pollux-Behälter verzichten . Die GNS macht Versuche, die Kokillen und neue Brennstab-Kokillen direkt in Bohrlöcher zu versenken.

Daher verbleiben von dem früheren Mehrbarrieresystem nur noch das Salz und der Schachtverschluss als Barriere.

Nach dem bisherigen Kenntnisstand müssen Sicherheitsabstände zu den zerklüfteten, wärme- empfindlichen Salzschichten und dem Hauptanhydrit eingehalten werden (siehe Abbildung). Allein dadurch kann die ursprünglich geplante Aufnahme von 50.000 t Schwermetall auf Bruchteile dieser Kapazität absinken.

Es ist bekannt, dass Salz in Kontakt mit stark Wärme entwickelndem radioaktivem Müll reagiert. Es spaltet sich in Natrium und Chlor auf. Prof. Den Hartog, Universität Groningen, fand bereits vor Jahren heraus, dass es zu chemischen Rückreaktionen bis hin zu einer Kette von Explosionen im unmittelbaren Bereich der Abfälle kommen kann. Die Niederlande haben deshalb schon in den Neunziger Jahren von Endlagerplänen in Salz Abstand genommen.

Gerhard Förster
Bürgerinitiative Umweltschutz
Lüchow-Dannenberg e.V.

Literatur:

  1. Duphorn, K.: Gorleben – Geologisches Gutachten zur Schacht- und Endlagerproblematik. Kiel 1988
  2. Schmidt, G. (IPPNW (Hrsg)).: Die Endlagerung radioaktiver Stoffe. S.Hirzel Verlag Stuttgart 1995

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Die Sicherheitsabstände zu den zerklüfteten, wärme empfindlichen Salzschichten und dem Hauptanhydrit müssen eingehalten werden.
Die tatsächlich geeigneten Einlagerungsbereiche können erst bei Bohrungen vor Ort bestimmt werden. Eine drastische Verkleinerung der Kapazität ist möglich.

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Der homogene Salzstock
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Doch bei genauerer Auflösung erweist er  sich nicht mehr als homogen.

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Quelle: GBR, 2008

Bearbeitet am: 12.08.2008/ad


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