DAS ENDLAGER-Projekt

Ein kurzer Abriss der BI-Lüchow-Dannenberg zu einer Gorlebener-Anlagen

von Wolfgang Ehmke

Der Salzstock ist ungeeignet- der Bau geht weiter...
Die Untauglichkeit des Gorlebener Salzstocks als atomares Endlager ist längst erwiesen. Dennoch wird - allen Ankündigungen zum Trotz - kein anderer Standort untersucht. Alle Eignungsbedingungen, die in den Jahren 1976-78 verkündet wurden, sind inzwischen widerlegt. So ist zwischen dem Salzstock und den wasserführenden Schichten keine geschlossene Tonschicht als Deckschicht vorhanden. Der Salzstock hat Grundwasserkontakt, vom Salz werden jährlich zwischen 3000 und 12.000 m3 abgelaugt. Da aber diese Einbahnstraße Gorleben politisch gewollt ist, muß der Salzstock tauglich sein, muß das Bergwerk errichtet werden. Um welchen Preis hat der tödliche Unfall aus dem Jahre 1987 gezeigt, bei dem ein Bergmann ums Leben kam, als Schacht 1 ins Rutschen geriet und einzustürzen drohte. Das Abteufen der Schächte war ständig von Laugenzuflüssen begleitet.

Unabhängig von der Eignung speziell des Gorlebener Salzstocks ist für Wissenschaftler anderer Nationen fraglich, ob Salz als Lagerstätte für Atommüll überhaupt geeignet ist. Versuche haben gezeigt, daß Salz durch die radioaktive Strahlung in seine chemischen Bestandteile Natrium und Chlor zersetzt wird. Kommt es zu Rückreaktionen, dann können gewaltige Explosionen den Untergrund erschüttern, Temperaturen von bis zu 5000 Grad können entstehen. Eingelagerte Abfälle würden schmelzen, das Endlagerbergwerk wäre zerstört.

Im Fall des Endlagers ist juristisch vorläufig alles ausgereizt. Das Bundesverwaltungsgericht in Berlin hat im März 1990 die Diktion der Bundesamtes für Strahlenschutz im Kern übernommen. Danach handelt es sich beim Endlagerbau angeblich nur um die "Erkundung" des Salzstocks. Eine endgültige Entscheidung über die Eignung falle erst zur Jahrtausendwende. Skandalös! Denn der faktische Bau des Endlagers vollzieht sich nach Bergrecht, d.h.ohne jede öffentliche Beteiligung. Das atomrechtliche Genehmigungsverfahren soll erst nach einer Eignungsaussage (die soll im Jahr 2003 erfolgen) anlaufen, vorausgesetzt die Deponie wird gebraucht.

Dem weiteren Ausbau des Bergwerks in Gorleben stehen die Salzrechte des Gorlebenklägers Andreas Graf von Bernstorff entgegen. Zwar wurde im Oktober 1995 der erste Querstollen zwischen den beiden Schächten in 840 m Tiefe aufgefahren, aber zum weiteren Ausbau der Stollen muß ein langwieriges Enteignungsverfahren eingeleitet werden. Die - verfassungsrechtlich - fragwürdige Voraussetzung sollte durch die Novelle des Atomrechts 1997 geschaffen werden. Die ehemalige Bonner Umweltministerin Dr. Angela Merkel (CDU) ließ in das Atomgesetz einen Passus einfügen, mit dem bereits der salzige Untergrund enteignet werden kann, wenn es für die "Erkundung" nötig sei ("lex Bernstorff"). Diese neue Rechtsvorschrift wird aber mit Sicherheit beklagt bzw.von Rot-Grün per Atomgesetznovelle zurückgenommen. Außerdem hat die Betreibergesellschaft DBE (Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern), die im Auftrag des BfS das Bergwerk errichtet, unerwartet Konkurrenz bekommen: die SALINAS GmbH. Diese Firma möchte das Salz vermarkten: für Lecksteine, Lampenschirme, als Streusalz etc.. Die SALINAS GmbH geht zurecht davon aus, daß wegen des hohen politischen Symbolwerts dieses Salzgesteins das Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich arbeiten kann. Das Salz soll in großer Tiefe in unmittelbarer Nähe zu dem DBE-Projekt ausgespült werden. Die wirtschaftliche Ausbeutung von Bodenschätzen genießt im übrigen laut Bundesberggesetz Vorrang gegenüber wissenschaftlichen Zwecken. BfS und DBE können schon mal Pläne für den Rückbau der Schachtanlage schmieden.

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Im BI-Büro gibt es auch weiteres Informationsmaterial, Aufkleber, Plakate etc.. Für Menschen, die sich regelmäßig über Gorleben informieren wollen, empfehlen wir das monatliche Kurz-Info "Gorleben-Rundschau" und den sehr ausführlichen monatlichen "Atom-Pressespiegel". Beides kann über das Büro bestellt werden.

Die BI bietet ReferentInnen zu Gorleben- und Atomenergiethemen an, die sowohl zu Veranstaltungen in die ganze Bundesrepublik und ins Ausland reisen als auch BersucherInnen im Wendland betreuen, beispielsweise bei einem Rundgang um die Gorlebener Anlagen (rechtzeitige Terminabsprache wird erbeten).

Bearbeitet am: 18.02.1999/ad


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