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Nr.2 Februar '99
Bundesumweltministerium:
Trittin löst
Atomkommissionen auf
| Bundesumweltminister
Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) hat am 22. Dezember 1998 überraschend die
Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) und die Strahlenschutzkommission (SSK) mit sofortiger
Wirkung aufgelöst sowie neue Satzungen für die beiden Expertengremien zur Beratung
seines Hauses erlassen. Die neuen Mitglieder sollen noch im Januar ernannt werden.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) kritisierte den Schritt weil er nicht mit dem
Kanzleramt abgestimmt war. Schröder bemängelte, daß Trittin mit seinem Vorgehen die
Konsensgespräche mit den Kernkraftwerksbetreibern gefährden könneIndirekt warf er dem
Grünen- Politiker"wichtigtuerisches Gehabe und parteipolitische Symbolik anstelle
sachgerechter Politik" vor. Nach der neuen Satzung wird die RSK
künftig nur noch aus zwölf (bisher 18) und die SSK nur noch aus 14 (bisher 17)
Mitgliedern bestehen. Außerdem soll die Zahl der Unterausschüsse verkleinert werden. Die RSK wurde 1958 ins Leben gerufen. Ihre Empfehlungen sollen die Sicherheit kerntechnischer Anlagen gewährleisten. 1974 wurde davon die SSK abgespalten, die sich um den Schutz der Bevölkerung vor radioaktiver und elektromagnetischer Strahlung kümmert. An der Spitze der RSK stand zuletzt Prof. Adolf Birkhofer, Wissenschaftlicher Geschäftsführer der Gesellschaft für Anlagenund Reaktorsicherheit. Die SSK wurde von Christoph Reiners, Medizinprofessor an der Universität Würzburg geleitet. Birkhofer kritisierte, es sei ein
merkwürdiger Stil, daß die Vorsitzenden der beiden Kommissionen aus der Presse erfahren
mußten, daß es die Gremien nicht mehr gibt. Es könnte der Eindruck entstehen, daß hier
ein unabhängiges Beratergremium auf Linie gebracht werden soll. beu |
Bearbeitet am: 08.02.1999/ad