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Nr.12 Dezember 1999
Obrigheim:
Erstes KKW-Zwischenlager in
Betrieb
Auf dem Gelände des
Kernkraftwerks Obrigheim (Baden-Württemberg) hat am 19. September 1999 das erste
reaktoreigene externe Zwischenlager in Deutschland den Betrieb aufgenommen. Eingelagert
wurden bis Mitte November bereits 36 verbrauchte Brennelemente. Das KKIN ist damit
unabhängig von Transporten in die Zwischenlager Gorleben und Ahaus bzw. zur
Wiederaufarbeitung ins Ausland.
| Nach dem Willen der
Bundesregierung sollen solche Zwischenlager an sämtlichen deutschen Kernkraftwerken
errichtet werden, damit die Anzahl der Transporte verringert wird. In Obrigheim war ein
solches externes Lager bereits 1983 fertig gestellt worden.
Am 26. Oktober 1998 erteilte das badenwürttembergische Wirtschaftsministerium nach einem fast sechsjährigen Verfahren die Betriebsgenehmigung. Einen Eilantrag dagegen lehnte der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim Mitte September 1999 ab. Das für etwa 30 Mio. DM ausgebaute externe Lager in unmittelbarer Nähe des 340- Megawatt-Reaktors darf nur Brennelemente aus Obrigheim aufnehmen - bis zu 980 davon, was für mehr als 30 Betriebsiahre mit voller Stromproduktion ausreicht, da in Obrigheim jährlich ca. 30 verbrauchte Brennelemente anfallen. Das Zwischenlager, in dem die Brennelemente doppelstöckig unter Wasser in einem 11 m langen, 5 m breiten und 12 m tiefen Becken gelagert werden können, ist durch eine 1,5 m dicke Stahlbetonwand auch gegen Flugzeugabstürze geschützt. In den nächsten Monaten sollen rund
80 Brennelemente eingelagert werden. Dafür werden jeweils vier davon aus dem internen
Abklingbecken des 1968 in Betrieb gegangenen Reaktors in einen speziellen CASTOR-Behälter geladen,
darin aus dem Reaktorgebäude ausgeschleust und im Zwischenlager unter Wasser wieder
entladen. Insgesamt müssen nur etwa 150 m zurückgelegt werden. Auch in Neckarwestheim und Philippsburg sind kraftwerksnahe Zwischenlager geplant. beu |
Bearbeitet am: 07.12.1999/ad