Nr. 46/1997

GORLEBEN

Salziges Gold

Eigentlich will die Salinas GmbH nur deshalb im Untergrund von Gorleben buddeln, um den Salzstock des Atomgegners Andreas Graf Bernstorff vor der Enteignung zu bewahren. Die Firma behauptet, daß sich ein Salzabbau neben dem geplanten Atommüll-Endlager lohnt: Damit hätte die Nutzung des Bodens Vorrang vor der bloßen Erkundung.

Jetzt wurde die Salinas fündig: Im Salzstock von Gorleben steckt Gold. Die Untersuchung eines pfundschweren Brockens Salzgesteins von der Abraumhalde des inzwischen 800 Meter tiefen Erkundungsbergwerks erbrachte "einen Goldgehalt von 1,1 Milligramm pro Kilogramm". Die Förderung von insgesamt einer Viertelmillion Tonnen Salz könnte nach Salinas-Berechnungen 242 Kilogramm Gold als "Sekundärrohstoff " erbringen.


Salzabbau in Gorleben

Bei einem Marktwert von derzeit rund 4,5 Millionen Mark wäre das, so eine Salinas-Sprecherin, ein "satter Zugewinn". Die Bergung des Schatzes hätte allerdings für die Umwelt verheerende Auswirkungen. Um das im ehemaligen Meerwasser und Salz gelöste Gold gewinnen zu können, wäre der Bau einer chemischen Fabrik an der Elbe notwendig. Eine solche Gold- Aufarbeitungsanlage würde das Salinas-Zubrot sogleich wieder aufzehren - und wäre in dem Anti-Atom- Landkreis auch kaum durchsetzbar.


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