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Nr. 49/02.12.2002
CASTOR-TRANSPORTE
| Leitenden Beamten des Bundesrenzschutzes (BGS) droht möglicherweise ein
Verfahren wegen Anstiftung zu einer Straftat. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt
derzeit gegen einen verdeckt arbeitenden BGS-Mann, der beim jüngsten Castor-Transport
nach Gorleben als Spitzel an der Blockade der ICE-Strecke Hannover-Hamburg teilgenommen
hat. Wie der BGS bestätigte, hat sich der "zivile Aufklärer" im dienstlichen
Auftrag unter die Demonstranten gemischt. Bei der Aktion hatte die Polizei 38
Castor-Gegner in Gewahrsam genommen, darunter den BGSKollegen, der sich als Landwirt
ausgegeben haben soll. Er wurde von den Polizisten zunächst nur als Zeuge vernommen.
Inzwischen gilt er als Mittäter und schweigt zu den Vorwürfen.
Sollte sich der Verdacht der Störung öffentlicher Betriebe und der Nötigung gegen den Mann bestätigen, "müssten sich die Verantwortlichen zumindest unangenehme Fragen gefallen lassen", sagt Oberstaatsanwalt Jürgen Wigger. Die hannoversche Bundestagsabgeordnete Silke Stokar (Grüne) hat Bundesinnenminister Otto Schily zu einer Stellungnahme aufgefordert. Der BGS darf nur in Ausnahmefällen verdeckte Ermittler einsetzen. Der Beamte habe sich deshalb zumindest in einer juristischen "Grauzone" bewegt.
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Bearbeitet am: /ad