Gorleben:
Hennenhöfer mauert im Umweltausschuss
Der derzeitige Abteilungsleiter der Atomaufsicht im Bundesumweltministerium Gerald Hennenhöfer verteidigte im Umweltausschuss
des niedersächsischen Landtags den Entschluss, Gorleben weiter nach Bergrecht statt nach
dem strengeren Atomrecht zu erkunden. Es wäre nach Ansicht Hennenhöfers
"Willkür" wenn nun plötzlich Atomrecht angewendet werden würde. "Diese
Argumentation ist lächerlich," kommentiert Miriam Staudte, grüne
Landtagsabgeordnete, entspreche aber dem, was man von Herrn Hennenhöfer erwartet habe -
schließlich sei der ehemalige Atomlobbyist alles andere als neutral.
Auf die Frage nach einem möglichen Betreiberwechsel für das Erkundungsbergwerk
antwortete Hennenhöfer, er sähe nicht, dass sich derzeit daran etwas ändere, aber ein
Wechsel könne nicht ausgeschlossen werden. "Ich interpretiere das so, dass nach der
NRW-Wahl ein Wechsel zu einem privaten Betreiber geplant ist," so Staudte. In der
Unterrichtung wurde bestätigt, dass die vom Bundesumweltministerium veröffentlichten
Sicherheitsanforderungen noch strittig diskutiert werden. Einige Bundesländer seien nicht
mit dem Aspekt einverstanden, dass 'vorübergehend rückholbar' eingelagert werden solle.
"Es ist unmöglich, dass immer von Transparenz gesprochen wird, die
Sicherheitsanforderungen aber ohne Beteiligung der Parlamente allein in den Ministerien
erarbeitet werden," kritisiert Staudte scharf.
"Bei der Frage der Verschiebung der Erkundungsbereiche hat Herr Hennenhöfer
gemauert und auf den Hauptbetriebsplan verwiesen, der noch in der Diskussion sei,"
berichtet Staudte. Den Fragen der Landespressekonferenz wollte er sich im Anschluß an die
Sitzung nicht stellen. "So sieht Transparenz also in den Augen von Schwarz-Gelb
aus."
Miriam Staudte
Bündnis´90/Die Grünen
Mitglied des Landtags |