Pressemitteilung von Castor-Gegner in Wörth

vom 08.11.2008

Castor-Blockade mit Betonblock vor Wörth

Mit Hilfe eines ins Gleis eingelassenen Betonblocks haben wir, eine Gruppe junger Menschen, am heutigen Samstag, den 08.11.2008, gegen 12:45 Uhr die Castor-Strecke kurz hinter der französisch-deutschen Grenze, 500 Meter nördlich des Bahnhofs Berg, unpassierbar gemacht. Drei Frauen und Männer haben ihre Arme in dem unter den Bahnschwellen versteckten massiven Block befestigt.  Wir ketten uns an in Solidarität mit AtomkraftgegnerInnen in Frankreich, im Wendland und weltweit. Den Transport von hochradioaktivem Atommüll ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben nehmen wir nicht einfach hin. Die Durchfahrt der elf Castor-Behälter ist bis auf Weiteres unmöglich.

Schon die Gewinnung und Aufbereitung von Uran verursacht große Umweltschäden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich auch schwere atomare Unfälle mit unschätzbaren Folgen nicht ausschließen lassen. Bis heute weiß zudem niemand, wo die radioaktiven Abfälle sicher gelagert werden könnten. Der Müll in diesen Castor-Behältern wird noch Hunderttausende von Jahren strahlen. Es ist absolut unverantwortlich, zukünftige Generationen damit zu bedrohen und Atomanlagen weiterlaufen zu lassen.

Durch die Informationen, die in letzter Zeit über das gescheiterte Gorleben-Pilotprojekt Asse II bekannt wurden, gewinnt der Protest erneut an Aktualität. Auch das Endlagersymposium Ende Oktober in Berlin hat keine nennenswerten Ergebnisse geliefert. Weltweit gibt es kein sicheres Endlager für hochradioaktiven Müll. Dennoch wird tagtäglich mehr davon produziert.

Als Alternative zur atomaren und fossilen Energiegewinnung muss ernsthaft in den Ausbau regenerativer Energien investiert werden. Diverse Studien und sogar Vattenfall-Chef Joseffson bestätigen, dass wir bereits heute die technischen Möglichkeiten haben, um auf erneuerbare Energien umzusteigen. Im Übrigen ist auch Atomstrom im gesamten Verarbeitungsprozess alles andere als klimafreundlich. Es gibt Alternativen! Das bedeutet für uns, Strom dezentral und selbstorganisiert zu erzeugen, zum Beispiel in vielen kleinen Blockheizkraftwerken oder Solaranlagen. Jede und jeder ist verantwortlich, die Industrie genauso wie die VerbraucherInnen, die auch durch ihren Lebensstil mit entscheiden.

Die Aktion ist in einer Gruppe unabhängiger Individuen entstanden, die den Zusammenhang zwischen der Nutzung von Atomenergie und Herrschaft und Gewalt sehen. Denn ohne einen autoritären Staat und ohne Großkonzerne kann Atomkraft nicht funktionieren. Die Transporte sind nur mit polizeistaatlichen Methoden gegen die Mehrheit der Bevölkerung durchsetzbar. Wir handeln aus Entschlossenheit und brauchen dazu keine Parteien oder Verbände. Die Brutalität, mit der der Staat und die Konzerne ihre Interessen durchsetzen, zeigt die Normalität eines Systems, das wir so nicht wollen! Sicher ist, dass es solange Widerstand geben wird, bis alle Atomanlagen abgeschaltet sind.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen, sofern es die Umstände erlauben, unter folgender Nummer gerne zur Verfügung: 0176 / 8713 2859

Bearbeitet am: 08.11.2008/ad


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