Uranmangel treibt Preis auf Rekordhöhe

Originaltext

China’s Energy Demands Fueling Canada’s Uranium Exploration in Asia

unter:

http://www.asiapacificbusiness.ca/apbn/pdfs/bulletin210.pdf

http://www.asiapacific.ca/index.cfm

London – Innerhalb der nächsten 10 Jahre werden am globalen Bedarf von Uran 45.000 t fehlen. Dies geht aus einem Bericht der Asia Pacific Foundation aus Kanada hervor. Der Bedarf beträgt etwa 70000t, wovon die Hälfte aus Minen gefördert wird und die andere aus militärischen Lagern kommt.

Die Menge, die man auf diesem Weg beschaffen kann wird in den nächsten Jahren deutlich fallen. Es gibt derzeit 440 Atomkraftwerke die im Betrieb sind, 35 sind im Bau und es gibt Pläne für 25 weitere.

Ganz besonders hoch ist die Nachfrage des chinesischen Marktes, der diesen Versorgungsmangel erzeugen wird. China hat vor, 40 neue Atomkraftwerke bis 2020 zu bauen. Neben China haben auch andere Länder bekannt gegeben, sich mit neuen Atomkraftanlagen von den steigenden Öl- und Gaspreisen unabhängig zu machen. Dazu kommt die Fragestellung, womit man die Energieproduktion ersetzt, die man durch die Schließung alter Atomanlagen erzeugt.

Leigh Clifford, der Topchef des Minengiganten Rio Tinto, erklärt, Uran Stehe als wichtiger Punkt auf der Tagesordnung. Als einer der größten Uranproduzenten freut er sich darüber, dass sich der Marktpreis in den vergangen zwei Jahren auf ca. 30 Dollar verdreifacht hat. Rio Tinto und BHP Billiton produzieren 25 Prozent des Weltmarktanteils. Kanada ist der größte Produzent, gefolgt von Australien.

Die Weltproduktion von Uran hat seinen Zenit im Jahre 2001 überschritten und Experten rechnen damit, dass es ungefähr zehn Jahre dauern wird, bevor man neue Minen in Betrieb nehmen kann. Der Umweltkämpfer Poul Mobbs versteht deshalb die wiedergewonnene Freude am Uran nicht ganz und erklärt: ”Warum soll man den Mangel an Erdöl mit Mangel einem an Uran ausgleichen?” Das selbst sehr vorsichtige Länder wie z.B. Finnland einen Neubau eines Atomkraftwerkes von 1600 Megawatt beschlossen haben, und obwohl sich die Politiker dagegen ausgesprochen haben, wurde ein Kompromiss für die Lagerung von Atommüll beschlossen, was ein noch größeres Problem darstellt – auch imagemäßig!

Der Energievorschlag von Blair

Der britische Premierminister Tony Blair hatte angekündigt, sich im Laufe der kommenden Monate zur Zukunft der Energieerzeugung zu äußern, und dabei zu begründen, warum daran gedacht wird, in Großbritannien neue Atomkraftwerke zu bauen. Dort sollen 12 alte Kernkraftwerke, die heutzutage 20 Prozent der englischen Energievorsorgung darstellen, bis zum Jahre 2023 geschlossen werden. Im Augenblick arbeiten Beamte und Minister an einem Energieschwarzbuch, das im Oktober veröffentlich werden soll. Man erwartet, dass dieses Schwarzbuch erklären wird, dass es Großbritannien schwer haben wird, den Kyotovertrag zu erfüllen, wenn man nicht den Verbrauch von Öl und Kohle sichtlich verringert. Man arbeitet daran, dass bis zum Jahre 2010 zehn Prozent der Energieversorgung durch Erneuerbare Energien erzeugt werden kann.

Diese Zielsetzung erscheint mehr und mehr zweifelhaft, obwohl man den subjektiven Eindruck hat, dass die Zuwachsraten dieser Industrie sehr gut sind, wie zum Beispiel der Bau von Windparks.

(Übersetzung eines Artikels der wichtigsten dänischen Wirtschafts-Tageszeitung "Børsen" vom 17.Augst 2005)

Bearbeitet am: 19.08.2005/ad


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