Pressemitteilung der südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen

vom 06.11.2004

Demonstration gegen CASTOR-Transport in Wiesental / Karlsruhe

Etwa 150 Atomkraft-GegnerInnen protestieren gegen CASTOR-
Transport. Überqueren der Transportstrecke von Polizei toleriert.
Personalienfeststellung bei mehreren TeilnehmerInnen.

Angeführt von einem als CASTOR-Behälter geschmückten Traktor,
zogen die BewohnerInnen des Widerstandscamps in Oberhausen-
Rheinhausen heute gegen 13 Uhr zum Bahnhof Wiesental (Nähe
Philippsburg). Beim Überqueren der Transportstrecke wurden bei
einigen DemonstrantInnen die Personalien festgestellt; die
Betroffenen durften anschließend weiter an der Demonstration
teilnehmen.

In einem 100-m-Korridor entlang der Transportstrecke dürfen nach
einer Allgemeinverfügung des Landkreises Karlsruhe keine
Versammlungen stattfinden.

"Dass die Polizei den Verstoß gegen die Allgemeinverfügung
toleriert hat, zeigt uns, wie unsinnig diese Verfügung ist. Damit
sollten lediglich die Atomkraft-GegnerInnen eingeschüchtert
werden", so die Leiterin der Demonstration. "Wir sehen daher auch
gute Chancen, die Verfügung juristisch zu kippen, wie im Wendland
bereits erfolgreich geschehen."
Am Bahnhof Wiesental schlossen sich den Camp-BewohnerInnen
mehr als 100 weitere DemonstrantInnen aus Frankreich und
Deutschland an. An einer Kreuzung spielten einige
DemonstrantInnen überraschend mit überdimensionalen Mikado-
"Brennelementen", was auch bei Anwohnern in Wiesental auf
Interesse stieß.


In ihren Redebeiträgen forderten VertreterInnen der Anti-Atom-
Bewegung aus Frankreich, dem Wendland und aus Süddeutschland
den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. "Mit jedem weiteren
Tag, den die Atomkraftwerke in Betrieb sind, vergrößert sich das
schwere Erbe der Atomenergie - der radioaktive Müll", so Harry
Block, Lokalpolitiker aus dem Raum Karlsruhe.
Eine Vertreterin der lokalen Bürgerinitiative ging auf die Situation
im AKW Philippsburg ein, während ein Mitglied der französischen
Anti-Atom-Initiativen über die Planungen für ein Endlager im
französischen Bure (Lothringen) berichtete.
In seinem Grußwort betonte ein Vertreter aus dem Wendland:
"Unser Protest richtet sich nicht gegen die Polizei, sondern gegen
die Atomkraft und die damit verbundenen wirtschaftlichen und
politischen Verflechtungen. Wie wir an den süddeutschen
Allgemeinverfügungen sehen, wächst mit jedem Transport von
Atommüll die demokratiefreie Zone, in der friedlicher Protest
kriminalisiert wird."


Im Anschluss an die Demonstration findet im Widerstandscamp ein
Konzert statt.

Für Sonntag, 7. November, ist ab 14 Uhr ein Schienenspaziergang
entlang der Transportstrecke ab dem S-Bahnhof Maximiliansau-
West (Wörth / Karlsruhe) geplant. Der Camp-Sprecher dazu: "Damit
laufen wir dem CASTOR-Transport entgegen, der um etwa 15 Uhr
in Wörth erwartet wird."


Pressestelle der südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen
Handy: 0160 - 992 181 52
Fax: 012 12 - 579 235 490
e-mail: presse-sw@gmx.de
http://www.castor-stoppen.de

Phillip Hofmeister und Eric Tschöp

Bearbeitet am: 06.11.2004/ad


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