
vom 28.02.2010
| Gorleben (bvo). Der frühere Präsident des Bundesamtes
für Strahlenschutz, Prof. Alexander Kaul, hatte bereits in den 90er Jahren Bedenken gegen
das marode Atommülllager Asse. Dies gehe aus Vermerken und Briefen aus dem Jahr 1996
hervor, wie der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion, Kurt Herzog mitteilte. Kaul,
der Donnerstag als Zeuge im Untersuchungsausschuss zur Asse angehört wird, beschrieb in
einem Brief an das Bundesumweltministerium aus dem Jahr 1996 die Probleme mit den
Laugenzuflüssen in die Asse. Diese Zuflüsse könnten laut Kaul "die Salzlinie als
Endlagerwirtsgestein in Frage stellen [...]. In diesem Falle wären das ERAM (Morsleben)
nicht mehr zu halten und Gorleben gefährdet". Kaul beschrieb außerdem, so Herzog
weiter, wie gefährdet die Bevölkerung im Falle eines Absaufens des Bergwerks wäre:
Freigesetzte Nuklide im Trinkwasser könnten die Menschen belasten, die radioaktive
Belastung die Grenzwerte der Strahlenschutzverordnung möglicherweise 100fach
überschreiten. "Diese Gefahren wurden mehr als ein weiteres Jahrzehnt missachtet -
das war und ist einfach fahrlässig", sagte Herzog. Salz wurde gesund gebetet Gorleben (bvo). "Wir finden immer mehr Akten, die verdeutlichen, dass das Endlagermedium Salz gesund gebetet wurde", sagte Herzog. Nach der Manipulation des PTBGutachtens 1983, und den kürzlich entdeckten internen Zweifeln von Bundesministerien gegenüber Gorleben von 1981 tauche jetzt ein weiterer Mosaikstein auf, der belege, dass Zweifel gegenüber dem Medium Salz und dem Salzstock Gorleben sehr wohl vorhanden waren, aber systematisch ausgeblendet wurden. Er warf CDU und FDP vor, die "Sackgasse" Salz aus ideologischen und finanziellen Gründen trotzdem weiter zu verfolgen, um Gorleben durchzusetzen. |
Bearbeitet am: 28.02.2010/ad