
vom 26.04.2010
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Atomkraft ist ein Arschloch": Das klang auch in Redebeiträgen an, wenn auch etwas dezenter formuliert. Lüchow-Dannenbergsstellvertretender Landrat Martin Donat (Grüne Liste Wendland - GLW) beispielsweise hielt Rückschau auf die Entwicklung der Gorlebener Entsorgungs-Projekte und zog das Fazit: Was seinerzeit geschehen war, könne er nur als Hybris, als Größenwahn bezeichnen. Den Versammelten machte Donat Mut mit der Feststellung: Dem Fortschreiten der von der Atomlobby angepeilten Ziele werde durch das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern Einhalt geboten - nicht durch die Politik. Dannenbergs Bürgermeister Peter Selber (CDU) würdigte das Engagement von Querdenkern", die es schwer haben, weil sie mutig sind". Solchen Querdenkern sei es zu verdanken, so Selber sinngemäß, dass kritisch über die Atompolitik nachgedacht wird. Querdenker haben nicht nur Freunde", konstatierte der Bürgermeister. Für ihn - genau gesagt: für seine" Stadt - hatte die Vorsitzende der
Bürgerinitiative Umweltschutz, Kerstin Rudek, eine Überraschung parat: Atomkraftgegner
hatten einen mahnenden Wegweiser gefertigt, der - von Dannenberg aus gerechnet - die
Kilometer nach Gor-leben, nach Tschernobyl sowie zu den Atom-Standorten Asse und Krümmel
anzeigt. Wir hoffen dass er hier aufgestellt werden kann", rief Kerstin
Rudekdem Bürgermeister zu und erhielt prompt die Antwort: Das habt ihr toll
gemacht! Wir werden einen ordentlichen Platz dafür finden". Gemeinsam
brachten Peter Selber und zwei Atomkraftgegner den Wegweiser dann - für die
Zeit, bis er offiziell aufgestellt wird - an einen sicheren Platz, für den die
Dannenberger Polizei gesorgt hatte. Gegen reine ProfitgierMenschenkette gegen Atomkraft: 182 Busse erwartetDannenberg (hju). Die entschiedene Haltung der Bäuerlichen Notgemeinschaft gegen die Atomenergie formulierte Claudia Sültemeier und kündigte - wohl auch mit Blick auf bevorstehende C astor-Tansporte - an: Unsere Trecker bleiben nicht auf dem Hof'. Friedhelm Korth, Kreisvorsitzender des DGB in Lüchow-Dannenberg, rief zur Solidarität aller Gleichgesinnten auf, um die Atomkraft-Betreiber endlich in die Knie zu zwingen", sprich: zum Ausstieg aus der Kernenergie. Die veraltete Technologie sei unsicher, Störfälle in den Atomkraftwerken seien an der Tagesordnung - dennoch wollten die Betreiber an diesem Irrsinn" festhalten. Denen geht es um Macht und Profit", hob Korth hervor. Nicht gelten dürfe das Argument: Durch den Ausstieg aus der Kernenergie würden Arbeitsplätze vernichtet. Es sei durchaus möglich, die zurzeit in der Atomkraft arbeitenden Menschen für Einsätze im Bereich der erneuerbaren Energien umzuschulen. Rund 20 teils phantasievolle ausgestaltete Traktor-und andere Gespanne sowie 40 Privatautos bildeten den Treck, der nach 17 Uhr in Dannenberg angekommen war und dort gegen 19 Uhr wieder abrückte - weiter in Richtung Metzingen. Heftige Niederschläge vom Himmel trübten die gute Atmosphäre vor und während der Kundgebung nicht. Die Widerstands-Trommlerinnen bearbeiteten ihre Instrumente so ausdauernd, als wollten sie die dunklen Wolken über Dannenberg verscheuchen oder aber - wie ein Spötter am Rande bemerkte - die Ratskellerruine zum Einsturz bringen. Dezenter war da doch der Gesang der kleinen Mädchen, die zum Abschluss der Kundgebung klangvoll wünschten: Wir wollen keine Atomkraft!" Für die geplante 120 Kilometer lange Aktions- und Menschenkette zwischen den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel gestrigen Samstag wurden Atomkraftgegner aus vielen Teilen Deutschlands erwartet. Bisher wurden bei den Organisatoren drei Sonderzüge und 182 Busse angemeldet. Der Andrang ist riesig. Mit einem ausgefeilten Verkehrskonzept wollen wir erreichen, dass sich die Menschen möglichst gleichmäßig entlang der Strecke verteilen und so eine eindrucksvolle Demonstration gegen die Atomenergie entsteht", erläuterte Thorben Becker, Sprecher des Trägerkreises der Kettenreaktion", im Vorfeld der Aktion. Auch in Hamburg sind die einzelnen Stadtteile bestimmten Kettenabschnitten zugeordnet. Wir raten dringend davon ab, in die Innenstadt zu fahren, da dort der Zulauf am größten sein wird", erläuterte Jochen Stay, ebenfalls Sprecher des Trägerkreises. Damit die Kette überall zustande kommt, ist es viel wichtiger, dass die Menschen in die Gegenden der Stadt fahren, die nicht so zentral liegen oder die weniger dicht besiedelt sind." Hagen Jung, Infos auf wendland-net.de |
Bearbeitet am: 26.04.2010/ad