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vom 04.05.2008

Castor: Spielzeugautos gegen Wände

Gorleben (bvo). Einen Tag nach der Aufdeckung massiver Probleme beim Sicherheitsnachweis von Castor-Behältern des Typs HAW 28M und der daraus folgenden Absage des für 2009 geplanten Atommülltransports nach Gorleben hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) den Transport für dieses Jahr genehmigt. Dieser soll mit elf französischen Behältern vom Typ TN 85 durchgeführt werden.

„Die Entscheidung des BfS ist nicht nachvollziehbar", erklärt Jochen Stay, Sprecher der AntiAtom-Organisation X-tausendmal quer, „sind doch die französischen Behälter genauso wenig im Original getestet worden, wie die für den abgesagten Transport im nächsten Jahr vorgesehenen deutschen Castoren. Da wird mit zweierlei Maß gemessen."

Der Transport 2009 musste abgesagt werden, weil es Probleme bei der Computersimulation von Sicherheitstests gab, die nur mit Behältermodellen im Maßstab 1:2 durchgeführt wurden. Die Castor-Herstellerfirma Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) hatte Berechnungen manipuliert, um Sicherheitswerte einhalten zu können.

Der jetzt genehmigte TN 85 wurde sogar nur mit einem Modell im Maßstab 1:3 getestet. „Wir sind auch deshalb über die Genehmigung durch das BfS erstaunt, weil das StrahlenschutzAmt inzwischen selbst erklärt hat, dass Falltests mit Originalbehältern sinnvoller sind", so Stay.

„In der Fachwelt ist schon seit zehn Jahren bekannt, dass Computersimulation und Modell-Tests nicht ausreichen." Einer der wenigen Crashtests mit Originalbehältern wurde 1998 in Großbritannien mit dem Behältertyp NTL 11 durchgeführt. Dieser hatte bei Computersimulationen und bei Fallversuchen mit einem 1:4-Modell die Bedingungen erfüllt, war dann aber beim Test mit dem Original durchgefallen. „Es wäre doch aberwitzig, würden Volkswagen und Daimler-Benz bei ihren Crashtests mit Spielzeugautos gegen Wände fahren", meint Stay.

Bearbeitet am: 04.05.2008/ad


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