
vom 31.Juli 2005
Gorleben (bvo). Seltsame Gestalten waren am Mittwochvormittag in Lüchow unterwegs: Ein Dutzend schwarz gekleidete Frauen, Männer und Kinder, mit weißem Gesicht und langen, schweren Stöcken in der Hand liefen sie über Markt und Bürgersteige. "Aufpassen! Aufpassen" warnte ein monotoner Chor die Passanten. Wie Pestklopfer" im Mittelalter durch die Straßen zogen, um vor dem Schwarzen Tod" zu warnen, wurden nun aber die Menschen vor der nicht sichtbaren Radioaktivität gewarnt: Menschen, aus verschiedenen Städten Deutschlands, die sich als Feuergruppe"
zusammengeschlossen haben, machten auf ihrem Atompfad 2005" ihren
Abschlussbesuch. Unter dem Motto VORausSicht statt ENDLAGER" hatten sie zuvor
die Endlagerstandorte Schacht Konrad bei Salzgitter, Asse II bei Wolfen
Lüchow (dme). Verantwortung ist keine Last, die wir auf den
Schultern tragen, sondern die Antwort unseres Herzens auf die Situation unserer
Welt". Der Verein AufpASSEn" aus Wolfenbüttel hat sich 2003 gegründet. Deren Mitglieder beschäftigen sich bereits seit 1989 mit den Problemen des Atommüll-Endlagers Asse II, das wie Gorleben im Salz als Versuchs-Endlager" errichtet wurde undnun langsam, aber nicht zu stoppen absäuft. Experten hatten kürzlich berechnet, dass es mehr als 40 Jahre dauern würde, den verbuddelten Atommüll wieder herauszuholen - ein nicht durchführbares und kaum bezahlbares Unterfangen. Nun soll das Endlager geschlossen" werden: Aus den Augen aus dem Sinn. Die Gorlebener Betreiber interessiert diese Erfahrung jedenfalls nicht: Die Asse wird nicht von uns betrieben, die untersteht einer anderen Firma", erklärte ein Vertreter der DBE kürzlich bei der Greenpeace-Blockade des Erkundungsbergwerks". Auch ein Beispiel von Verantwortung für die kommenden Generationen. |
Bearbeitet am: 05.08.2005/ad