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vom  31.Juli 2005

Ungelöste Fragen

„Atompfad 2005": „Pestklopfer" machten Station in Gorleben

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Der "Atompfad machte auch Station vor dem Erkundungsbergwerk in Gorleben.    Foto: D. Metk

Gorleben (bvo). Seltsame Gestalten waren am Mittwochvormittag in Lüchow unterwegs: Ein Dutzend schwarz gekleidete Frauen, Männer und Kinder, mit weißem Gesicht und langen, schweren Stöcken in der Hand liefen sie über Markt und Bürgersteige. "Aufpassen! Aufpassen" warnte ein monotoner Chor die Passanten.

Wie „Pestklopfer" im Mittelalter durch die Straßen zogen, um vor dem „Schwarzen Tod" zu warnen, wurden nun aber die Menschen vor der nicht sichtbaren Radioaktivität gewarnt:

Menschen, aus verschiedenen Städten Deutschlands, die sich als „Feuergruppe" zusammengeschlossen haben, machten auf ihrem „Atompfad 2005" ihren Abschlussbesuch. Unter dem Motto „VORausSicht statt ENDLAGER" hatten sie zuvor die Endlagerstandorte Schacht Konrad bei Salzgitter, Asse II bei Wolfen
büttel, Morsleben bei Helmstedt und die Gorlebener Anlagen besucht. „Angesichts der atomaren Situation wollen wir unseren Widerstand ausdrücken, zur Sprache bringen, was wir empfinden, wissen und wünschen, und auch die danach fragen, denen wir begegnen. Wir schreiben Atomgeschichte(n) - für uns und die die nach uns kommen", heißt es in einem Info-Flugblatt, das an die Zuschauer verteilt wurde.

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Vor dem Erkundungsbergwerk in Gorleben machte der „Feuerpfad" ebenfalls Station. Fotos: D. Metk

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Pestklopfer, Atomianer und der Verein „AufpASSEn" versammelten sich in Lüchow zum Gruppenbild.

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In Lüchow: Schwarz gewandete „Pestklopfer" wollen auf den auch in hunderttausenden Jahren noch gefährlichen hochradioaktiven Atommüll aufmerksam machen.

Lüchow (dme). „Verantwortung ist keine Last, die wir auf den Schultern tragen, sondern die Antwort unseres Herzens auf die Situation unserer Welt".
Gemeinsam mit den „Atomianern" aus dem Wendalnd, die mit einer Performance um eine Atom-Stele tanzender, in Kutten gehüllter Mönche eines Ordens dastellen wollten, dass es dür einen Zeitraum von einer Million Jahren keie Möglichkeit gibt,die nachfolgenden Generationen sicher vor verbuddeltem Atommüll zu warnen, wurde offen sichtlich, dass es weltweit keinerlei Lösung für eine „Entsorgung" gibt.

Der Verein „AufpASSEn" aus Wolfenbüttel hat sich 2003 gegründet. Deren Mitglieder beschäftigen sich bereits seit 1989 mit den Problemen des Atommüll-Endlagers Asse II, das wie Gorleben im Salz als „Versuchs-Endlager" errichtet wurde undnun langsam, aber nicht zu stoppen absäuft. Experten hatten kürzlich berechnet, dass es mehr als 40 Jahre dauern würde, den verbuddelten Atommüll wieder herauszuholen - ein nicht durchführbares und kaum bezahlbares Unterfangen.

Nun soll das Endlager „geschlossen" werden: Aus den Augen aus dem Sinn. Die Gorlebener Betreiber interessiert diese Erfahrung jedenfalls nicht: „Die Asse wird nicht von uns betrieben, die untersteht einer anderen Firma", erklärte ein Vertreter der DBE kürzlich bei der Greenpeace-Blockade des „Erkundungsbergwerks". Auch ein Beispiel von „Verantwortung für die kommenden Generationen.

Bearbeitet am: 05.08.2005/ad


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