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vom 21.06.2000

20 Jahre "Republik Freies Wendland"

Mit dem Fest "Zwo 1004" begingen Atomkraftgegner der ersten Stunde" vor Kurzem in Dannenberg ein "Jubiläum"der besonderen Art: Vor 20 Jahren wurde das erste wendländische Anti-Atom-Hüttendorf auf der Salz-Bohrstelle 1004 in Gorleben gewaltsam geräumt. Zuvor hatten Atomkraftgegner aus ganz Deutschland ein Hütten dorf erbaut, welches nach 33 Tagen geräumt wurde.

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Fotos:
"...randbild-pressefoto Timo Vogt"
randbild@gmx.de

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Keine Angst zeigt Marianne Fritzen angesichts der massiven Polizeipräsenz vor 20 Jahren. Das Bild ist ein Klassiker der Anti-Atom-Bewegung und wurde natürlich auch während des "Zwo 1004"-Festes in dannenberg ausgestellt. Für die Jugend gab es viel zum spielen Info- und Verkaufsstände Ruhe!..ein wenig abseits des Getümmels

  

Dannenberg (tv). Nein, Hütten für ein längeres Einrichten auf der Esso-Wiese in Dannenberg wurden nicht gebaut. Abgesehen von einen Holzturm war eines jedoch vergleichbar mit der vor 20 Jahren gewaltätig geräumten "Republik Freies Wendland": Das Wetter. Dies war damals 33 Tage lang nur sonnig. Am 3.Juni in Dannenberg war es lähmend Heiß.

Die Anti-Atom-Bewegung feierte und dies bis spät in die Nacht. In brütender Sonne wurde sich schon einmal auf den für den Herbst angekündigten Castortransport nach Gorleben vorbereitet. Am mitgebrachten "Castorgleis" wurde wettgesägt, was die Kraft hergab. Das Clownstheater Pustekuche begeisterte den Widerstandsnachwuchs. Und wer noch immer glaubte, die Strßenunterhöhlungen während der "Castortage" in den letzen Jahren wären durch Demonstranten verursacht worden, konnte durch die "Maulwurfsausstellung" überzeugt werden, wer es wirklich war: der Riesenmaulwurf, über dessen Untergrundleben immer wieder berichtet wurde, wenn er wieder sein Unwesen getrieben und Entsetzen in der Bevölkerung auslöste.

Es war ein Fest, das mal fast ohne große politische Parolen in feurigen und weniger feurigen Reden auskam. Der "Ermittlungsausschuss Gorleben", an den die Erlöse des "Zwo1004"-Festes gehen, um Verfahren gegen Atomkraftgegner zu finanzieren, hatte dennoch eine alte und noch aktuelle Forderung für die Besucher: "Nichts sagen, nur das ist sicher".

Im Zirkuszelt zeigte die Agit-Folk-Gruppe "Hin & Weg", dass es möglich ist die politischen Verhältnisse satirisch-niveauvoll zu kritisieren. Die "Ottensen Old Stars", die gecoverte Rock´n´Roll servierten, waren für einige der reine Spaß, spielte doch Dieter Magsam die E-Guitarre. Die Atomkraftgener kennen ihn sonst von seinen bissigen und detailierten Plädoyers, wenn er die Unschudigkeit der Aktivisten vor Gericht beweisen will.

Im Rahmen des "Zwo1004"-Festes stellten Sprayer eine Wand an der Straße auf, um auf ihr ein antifaschistisches Wandbild zu verewigen, beobachtet von vielen staunenden Augen.

Bearbeitet am: 22.06.2000/tv


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