
vom 21.06.2000
Atomausstieg
Zähes Ringen
| BI fordert zum Stromanbieter-Wechsel auf Gorleben.
Speziell den Grünen hält die Bürgerinitiative
Umweltschutz (BI) LüchowDannenberg vor, umgefallen zu sein. "Nirgendwo findet
sich in den Texten und Verlautbarungen die Spur eines Kompromisses, an keiner Stelle wird
deutlich, dass die Atomkraft eine unbeherrschbare Risikotechnologie ist: die Konsensrunde
bedient allein die Interessen der Wirtschaft, die Haltung der rot-grünen Bundesregierung
lässt sich nicht anders denn als Kniefall vor den Konzernbossen beschreiben,"
kommentiert BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die Atomkraft sei nicht verantwortbar, die
ungesicherte Entsorgung allein wäre ein Stilllegungsgrund, jetzt springe nicht einmal ein
"Vorzeige-AKW" als Verhandlungsergebnis heraus, Gleichzeitig rede die grüne
Parteispitze die herbe Niederlage schön. Was die AtomkraftgegnerInnen im Wendland speziell wurmt: "Über 20 Jahre haben wir die Ausstiegsdebatte durch unsere Aktionen immer wieder angeschoben. Jetzt wird Gorleben - wie zum Hohn - zum Atommüllzentrum. Wir haben in der Kohl-Ära nie den Mut verloren, in scheinbar auswegslosen Situationen weiterzumachen. Wir lassen uns auch von Schröder und Trittin nicht demoralisieren." Wer den Vertragstext genau studiere, werde nachvollziehen können, wie tief die Verbitterung im Wendland reiche. Aus der versprochenen Rücknahme der Atomgesetznovelle Angela Merkels (CDU), die auch Enteignung von Salzrechten zulassen wollte, um den Salzstock Gorleben weiter als Endlager auszubauen, wird jetzt nichts. Der Salzstock Gorleben wird trotz aller Einwände von Geologen weiter als eignungshöffig beurteilt. "Das zähe Ringen um den Atomausstieg wird also fortgesetzt. Wir sind sicher, dass viele Menschen, die sich jetzt wie wir düpiert fühlen, unseren Aktionen anschließen. Am 23. September wird in Gorleben für den Atomausstieg demonstriert," kündigte Ehmke an. Die BI Umweltschutz ruft außerdem dazu auf, den Atomausstieg auch durch den Wechsel des Stromanbieters zu vollziehen. "Wenn der Atomausstieg von oben nicht kommt, kommt er von unten. |
Bearbeitet am: 21.06.2000 /tv