
vom 6. Woche/9.Februar
2000
Gegen Castor: Mit Frühstück und Blockade Zeichen gesetzt
| Arendsee.(tv). Nun sind die Kontakte zwischen
altmärkischen und Wendländischen Castorgegnern geknüpft. Über Hundert von ihnen versammelten sich am letzten Sonntag des Januars auf dem Arendseer Marktplatz um ihren Widerstandswillen gegen den geplanten Castortransport nach Gorleben zum Ausdruck zu bringen. Wider erwarten spielte das Wetter den Protestlern zu. Bei Sonnenschein wurde zwischen Tag X-Plakaten und kleinen Feuerchen gefrühstückt. Ein Chor sang Anti-Atom-Lieder, eine andere Gruppe versorgte die Demonstranten mit Konga-Rythmen. Kinder kletterten auf dem Brunnen herum, während die Eltern über das anstehende Moratorium für das Erkundungsberwerk oder über die möglichen Routen des nächsten Castortransportes sinnierten. Konsens herrschte in der Frage eines Transportes über Arendsee. Dieser dürfe nicht sein. Ein wenig im Abseits standen Bürger aus der Kleinstadt Arendsee und schauten etwas ratlos drein. Politische Aktion vor ihrer Haustür - das schien ihnen wohl ungewöhnlich. Andere hingegen besaßen offenbar keine Berührungsänste mit den Aktivisten. Dieser Sonntag war nicht der Tag der großen Reden und so ging es gegen Mittag in einem Demonstrationszug in Richtung Bahnhof, für den eine Umladung von Castoren von der Schiene auf die Starße beantragt wurde. Mit der Ankunft an dem mittlerweile bundesweit bekannt gewordenen Provinzbahnhof, begann bei vielen Teilnehmern auch das Kopf-schütteln. Nur wenige konnten sich eine Verladung der tonnenschweren Behälter auf einem Gleis, dessen morsche Schwellen nicht zu übersehen sind, vorstellen. Aus den Betonplatten, auf denen die Lastwagen die strahlende Fracht entgegen nehmen sollen, wächst durch zentimetergroße Furchen Gras. Als der 13.00 Uhr-Zug im Bahnhof hielt wurde dieser fünf Minuten an der Weiterfahrt nach Salzwedel von blockierenden Atomkraftgener gehindert. Doch selbst der Lokführer nahm diese Aktion gelassen und ließ sich ein Lachen entlocken. |
Bearbeitet am: 09.02.2000/tv