
vom 19.09.997
Cogema räumt Fehler ein
Französische Atombehörde stoppt Arbeiten in La Hague
PARIS, 18. September (afp). Die Betreiberfirma der französischen Wiederaufbereitungsanlage in La Hague, Cogema, hat am Mittwoch abend zugegeben, daß bei der Reinigung eines fünf Kilometer ins Meer reichenden Abflußrohrs Fehler unterlaufen sind. Sie seien der Atomsicherheitsbehörde DISN gemeldet worden.
Umweltministerin Dominique Voynel von den Grünen hatte die Betreiber bereits am Dienstag beschuldigt, bei den Arbeiten geschlampt zu haben. Die DISN verhängte gegen die Cogema eine gebührenpflichtige Verwarnung, weil der Vorfall nicht sofort gemeldet worden sei. Außerdem verfügte die Behörde, daß die weiteren Arbeiten an dem Rohr bis auf weiteres ausgesetzt werden.
Bei der Entfernung von Kesselstein waren 50 Kilogramm Ablagerungen ins Meer gelangt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace versichert, der Meeresgrund sei hundertmal stärker radioaktiv belastet als vor Beginn der Reinigung.
Der Cogema-Direktor für Wiederaufbereitung, Jean-Louis Ricaud, sagte der Pariser Wirtschaftszeitung La Tribune: "Die Annahme, daß die Cogema radioaktive Abfälle auf dem Meeresgrund zurückläßt, ist einfach absurd." Indirekt nahm er damit auch zu Fässern Stellung, die Greenpeace an dem Rohr gefunden hatte.