Leserbrief der

vom 27.04.2002
Bartlings Versagen
Zu Zivil und ungehorsam (FR vom 25. April 2002):
| Martialisch-dumm ist das Vorhaben des Innenministers von Niedersachsen,
Heiner Bartling (SPD), der Umweltschutzorganisation Robin Wood im Zusammenhang mit dem letztem Castor-Transport im März 2001 die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Damit will Bartling nun von seinem eigenen Versagen bei Vorbereitung und Durchführung des Transportes ablenken. Könnte Bartling rechnen, würde er statt dessen dem Deutschem Atomforum (DAtF), das als Werbeagentur zu Lasten von Steuerzahlern und Stromkunden jährlich rund 100 Millionen Mark für reine Propagandazwecke verpulvert, die Gemeinnützigkeit streichen. Bundesfinanzminister Eichel (SPD) verschafft seit Amtsantritt dem Deutschen Atomforum durch Gewährung der Gemeinnützigkeit großzügige Steuervorteile, die sogar den Kostenanteil des Bundeslandes Niedersachsen am Castor-Transport noch übertreffen. Das DAtF residiert in Berlin unter einem Dach mit der FDP und agiert politisch für die Vernichtung der Zukunft. Robin Wood hingegen betreibt aktiven Umweltschutz und Zukunftssicherung. Die laut Bundesrechnungshof unwirtschaftliche und die Weltmeere verseuchende Wiederaufarbeitung wollte Rot-Grün angeblich bereits zum 1. Januar 2000 einstellen. Sie gilt weiter als Entsorgungsnachweis, der das Volumen des Atommülls sogar um den Faktor 20 vervielfacht. Um diese politische Idiotie zu fördern, ziehen Bartling und Co. tausende Polizeibeamte von ihren Dienstorten ab und vernachlässigen die Sicherung von Leben, Gesundheit und Eigentum der Zivilbevölkerung in der Heimat. Stehen windige Wirtschaftsinteressen schon über Bürgerrechten und Privateigentum? Detlef Chrzonsz, Mainz |
Bearbeitet am: 28.04.2002/ad