
vom 18.12.1998
Atombehälter in Ahaus verseucht
Firma vermutet Panne beim Verladen der Castoren
| AHAUS, 18. Dezember (dpa). Im
Brennelemente-Zwischenlager Ahaus sind atomare Verunreinigungen an einem Castor-Behälter
festgestellt worden. Nach Angaben der Betreibergesellschaft sind sämtliche
Kontaktpersonen nach der am Donnerstag gemachten Entdeckung unverzüglich dekontaminiert
worden. Ob zwei weitere verdächtige Castor-Behälter ebenfalls verunreinigt seien, könne er noch nicht beurteilen, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag. Ursache des Zwischenfalls seien wahrscheinlich Versäumnisse beim Verladen im Atomkraftwerk, sagte er weiter. Das werde geprüft. Gutachter des Düsseldorfer Wirtschaftsministeriums als Aufsichtsbehörde würden in Kürze erwartet. Hinter einem Typenschild sei eine Verseuchung ("Kontamination") von rund 60 Becquerel je Quadratzentimeter festgestellt worden, erläuterte Fritz Ziegler von der Gesellschaft für Nuklear-Service. Die Unregelmäßigkeit sei bei der Abnahme des Typenschildes "im Zuge der Arbeiten zur Verbesserung des Korrosionsschutzes" zutage getreten. Die mit Typenschildern abgedeckten Oberflächen an zwei weiteren Castor-Behältern würden unverzüglich kontrolliert, versicherte er. Angesichts der "radiologisch unbedeutenden" Strahlenmenge handele es sich bei dem Vorfall "um kein im Sinne der Betriebsgenehmigung meldepflichtiges Ereignis". Der Grenzwert betrage zwar vier Becquerel pro Quadratzentimeter, räumte Ziegler ein. Dies gelte jedoch nur nach den Transportvorschriften, nicht für die werksinterne Demontage. "Dabei spielt der Wert keine Rolle", sagte Ziegler, "wir haben nur die Pflicht, zu reinigen". Ob korrekt dekontaminiert worden sei, werde von der Aufsichtsbehörde kontrolliert. An dem jetzt betroffenen Behälter sei bereits im Frühjahr eine Verunreinigung im Tragzapfenbereich nachgewiesen worden. Diese sei offenbar bei der Unterwasserbeladung des Behälters im Kernkraftwerk entstanden. Die neuerliche Kontamination sei am Freitag beseitigt worden. |
Bearbeitet am: 18.12.1998/ad