von 17.10.1997 Kreisatomausschuß beschäftigte sich mit Pilotkonditionierungsanlage -BLG: PKA nur für Forschung und Entwicklung gel Lüchow. Für die geplante Pilotkonditionierungsanlage (PKA) in Gorleben gebe es keine Konzeptänderung. ,,Wir denken nicht an eine Kapazitätserhöhung", stellte BLG-Geschäftsführer Reinhard König am Mittwoch im Kreisatomausschuß klar. Die beantragten 35 Tonnen Durchsatz pro Jahr würden für die geplanten Demonstrationszwecke völlig ausreichen. König: ,,Es ist eine reine Forschungs- und Entwicklungsanlage. " Das Dementi der zukünftigen Betreiber ist nicht neu. Nicht neu sind allerdings ebenso die Bedenken kritischer Kommunalpolitiker. Befürchtet wird, daß in der PKA Atom-Müll noch dichter verpackt wird, um Zwischenlagerkapazitäten besser ausnutzen zu können. Kapazitätserweiterungen, so Kurt Herzog (Bündnisgrüne), habe es in der Geschichte der Atomanlagen immer wieder gegeben. Er mutmaßt: ,,Bei 35 Tonnen wird es nicht bleiben." Und wenn das so wäre, würde das Risiko steigen. Bekanntlich wird die PKA schwachradioaktiv kontanminierte Abluft und Abwasser abgeben. Doch in welcher Konzentration, mit welchen Folgen, in welchen Relationen? In der PKA soll geprobt werden, wie Brennelemente BLG: PKA-Arbei t ist Umweltschutz endlagerfähig verpackt werden können. Umladen, Verpacken, aber auch eine Servicefunktion leisten für das Zwischenlager:: das seien die PKAAufgaben, die seit Jahren durch den Sicherheitsbericht abgedeckt seien, betonte König. Auch die Möglichkeit, Brennelemente in der PKA für die Zwischenlagerung zu verpacken, sei im Sicherheitsbericht von damals beschrieben. Vorgestellt wurde im Ausschuß das derzeitige BLG-Überwachungssystem zum Beweissicherungsprogramm. Konkret geht es darum, während der Betriebsphase die dann gemessenen Werte mit den jetzigen vergleichen zu können. Kontinuierlich, sagte BLG Strahlenschutzfachmann Michael Wilkens, werde über 30 Dosis-Meßorte am BLG-Zaun sowie vier Meßhäusern am Zaun und einem in Gorleben überwacht: Luft, Niederschlag, Boden, Pflanzen, Wasser. BLGChef König betonte, daB während des PKA-Betriebs die radiologischen Auswirkungen ganz deutlich unter den Grenzwerten der Strahlenschutzverordnung liegen würden. Das werde dann auch einmal im Monat von der Genehmigungsbehörde kontrolliert. Die BLG versteht ihre Arbeit in der PKA als einen Beitrag zum Umweltschutz: weil es schließlich darum gehe, radioaktive Stoffe sicher zu verpacken, sagte BLG-Chef König. Doch es gibt Bedenken und Zweifel. Udo Jentzsch, beratendes Mitglied im Ausschuß, betonte, daß die PKA überflüssig sei: weil ein angeliche endlagerspezifisches Produkt hergestellt werden soll, ohne daß "PKA-Abwasser wie in La Hague" man weiß, wie ein Endlager eines Tages aussehen werde. Konterte die BLG: Es sei auch möglich, in der PKA Techniken zu entwickeln, die für ein Granit-Endlager geeignet seien. Doch die Jentzsch-Fragen und Anmerkungen blieben unbequem: Durch die Umgebungsmessung werde nur die Gammastrahlung erfaßt - was aber sei mit Alpha- und Betastrahlen wie Strontium? Warum sei im wasserrechtlichen Antrag vom 270fachen an Tritium und 32millionenfachen des Kohlenstoffs C14 gegenüber dem Sicherheitsbericht die Rede? Für Jentzsch sind die geplanten PKA-Abwasserwerte in ihrer Konzentration jedenfalls durchaus vergleichbar mit denen der WAA in La Hague. Was an Tritium jährlich aus der PKA abgegeben werden dürfe, fließe täglich an natürlichem Tritium sowieso an einer Stelle der Elbe entlang, sagte BLG-Chef König. Michael Wilkens betonte, daß man Strontium nicht messen müsse, solange gewisse Caesium-Werte nicht überschritten seien. Und das 32millionenfache an C14 sei im wasserrechtlichen Antrag gegenüber dem Sicherheitsbericht nicht zu finden, meinte Wilkens. |