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EJZ vom 14.02.1997 Seite 3
gel Lüchow. Die Polizei hatte im Vorfeld einige Hoffnungen in das Gespräch gesetzt. Die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) dagegen war eher skeptisch. Beide Erwartungen haben sich ganz offensichtlich bei der Zusammenkunft bestätigt. Die Polizei sprach nach dem Treffen von einer "angeregten, offenen Gesprächsatmosphäre" mit Ergebnissen, Wolfgang Ehmke für die BI dagegen von einem "Trauerspiel". Die BI kritisiert nach der Zusammenkunft: Eine Aufarbeitung der Vorfälle während der vorigen Transporte habe es nicht gegeben; die Ergebnisse seien "unwesentlich" gewesen.
Bei dem BI-Infoabend in Platenlaase bewertete Ehmke das Gespräch als "letzten Versuch der Polizei, das Gesichl zu wahren". Seiner Meinung nach habe die Polizei bei dem Gespräch vor allem nicht begriffen, daß ein Sechser-Castortransport mit vertretbaren rechtlichen Mitteln nicht durchzusetzen sei.
Ulrich Dautert, Gesamteinsatzleiter der Polizei, bilanzierte dagegen ein "unbefangenes Gespräch" mit Ergebnissen. Er sei "heilfroh" über die Zusammenkunft gewesen bei der man die Situation der Polizei habe "rüberbringen" wollen. Dautert: "Der Polizei ist sehr daran gelegen, darf auch nach dem anstehender Einsatz weiterhin eine offene bürgernahe und von gegenseitigem Vertrauen getragene Polizeiarbeit im Landkreis Lüchow-Dannenberg und in der gesamten Region stattfinden kann."
BI-Sprecher Ehmke zeigte sich von dem Treffen enttäuscht: weil die Polizei den Deeskalationsbegriff nicht weiter konkretisiert habe. Ehmkes Bilanz: "Im vergangenen Jahr wurde der Castor nur mit Rechtsbruch seitens der Beamten durchgesetzt. Im Wendland herrscht aber keine Wildwest-Stimmung. Wir gehen besonnen in den nächsten Konflikt. Wo wurde das Demo-Geschehen der vorigen Jahre bei der Polizei aufgearbeitet, welche Folgerungen wurden daraus gezogen? Diese Fragen sind nicht beantwortet worden."
Bearbeitet am: 16.2.96 (Jobname: 0214S3D)