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vom 08.12.1997
PKA: "Bauernschlot" qualmte - Ratsbeschluß gerügt
"Gartower Gebaren einer Bananenrepublik würdig"
| jg Gorleben. Er sah
zwar irgendwie düster-giftig aus, war's aber nicht: der
schwarze Qualm, den ein rostiger hoher
"Schornstein" am Sonnabend des Nachmittags
unweit der werdenden Pilotkonditionierungsanlage (PKA) in
Gorleben gen Himmel spie. Und kaum war der bedrohlich
scheinende Brodem der Mündung des Schlotes entwichen, da
gab's auch schon "Fallout", da rieselten helle
und dunkle Partikel auf Menschen und Autos vor der
künftigen Atomanlage. Warnung vor Ausstoß aus dem PKA-Schornstein Es war absolut harmloses Zeug was dem dunklen Dampf folgte Sägespäne, von Mitgliedern der Bäuerlichen Notgemeinschaft mittels eines treckergetriebenen Gebläses durch ein langes Rohr emporgepustet und verteilt. Mit diesem "Bauernschlot" wollten die im Atomkraft-Widerstand engagierten Landwirte warnend darstellen, daß die PKA, wenn sie in Betrieb genommen ist, über ihren Schornstein gefährlichen radioaktiven Ausstoß ins Land streue. Rund 100 Atomkraftgegnerinnen und -gegner, darunter die hiesige Landtagsabgeordnete Rebecca Harrns (Bündnis 90/Die Grünen), beobachteten das Spektakel. Neben Sägespäne bliesen die Bauern geheimnisvolle Pülverchen durchs Rohr, die zuvor mittels Lötlampe zwecks Rauchentwicklung angekokelt wurden. Stärkemehl soll dabeigewesen sein, war zu erfahren. "Alles umweltverträglich", bekräftigte einer der Landwirte gegenüber der EJZ. Bauer Hermann Bammel, Schlannau, verkündete per Megaphon bei jedem Rauchausstoß, was künftig aus dem PKASchornstein entweichen werde: Plutonium, Strontium, und, und, und... Ehe die Blasmaschine angeworfen wurde, beobachtet von einer Schar Polizeibeamtinnen und -beamten, war Bammel mit Niedersachsens Umweltministerin Monika Griefahn ins Gericht gegangen. Die Vereinbarung, welche sie mit der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) geschlossen hat, sein ein Unterwerfungsvertrag. Griefahn sei umgefallen, toleriere nun alles, was in Gorleben geschieht. Das Ja des Gartower Samtgemeinderates zur Vereinbarung mit der Atommüllager-Betreiberin BLG bewertete Bammel mit den Worten: "Dieses Gebaren ist einer Bananenrepublik "Jeder Dorfblödel weiß: Bestechungsgeld" würdig. Zu den Millionen, die der Kommune zufließen sollen, meinte der Vertreter der Notgemeinschaft: "Jeder Dorfblödel weiß, daß dies Bestechungsgelder sind." Die Gemeinden, die derartige Zahlungen annehmen, seien gierig nach Geld. Und die Ratsmitglieder, die in dieser Sache "ihre Seele verkaufen", trügen das "C" in ihrem Parteikürzel, so gab Hermann Bammel zu bedenken. |