Castorfreier Kartoffelsonntag?
Stadt Dannenberg und CDU-Bundestagsabgeordneter Pols sprechen mit Landespolizeipräsident Bruns
rg Dannenberg. Groß war im vergangenen Jahr die Empörung in Dannenberg: Ausgerechnet auf das erste Wochenende im November hatten die Bundesregierung und ihr französisches Pendant den Castor-Transport von La Hague nach Gorleben terminiert - und die Dannenberger damit gezwungen, ihr größtes Stadtfest abzusagen, nämlich den Kartoffelsonntag. In diesem Jahr steht nun wieder ein Castor-Transport an, und er wird wohl wieder im November rollen.
Nun setzt man in Dannenberg alles daran, eine erneute Termin-Kollision mit dem Kartoffelsonntag zu vermeiden, und hofft dafür auf Hilfe aus der Politik.
Gemeinsam mit Vertretern der Stadt, der Samtgemeinde Elbtalaue und der Dannenberger Werbegemeinschaft, die den Kartoffelsonntag organisiert, sprach nun der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols mit Niedersachsens Polizeipräsident Andreas Bruns. Und der erläuterte seinen Gästen, dass weder die Polizei in Niedersachsen noch das Land über den Termin des Transportes entscheiden. Das, so Landespolizeipräsident Bruns, mache die deutsch-französische Regierungskommission unter Regie des Bundeskanzleramtes. Zudem sei es noch völlig offen, »ob und wann es in diesem Jahr» einen Castor-Transport geben werde.
Trotzdem habe er sich »beim Landespolizeipräsidenten Andreas Bruns sehr ernstgenomen gefühlt», so Dannenbergs Stadtdirektor Jürgen Meyer. Man habe »ein offenes Ohr für unser Anliegen» gefunden und werde daher »die Planungen für den Kartoffelsonntag am 6. November weiter vorantreiben».
Nun will Eckard Pols auch seine bundespolitischen Kontakte spielen lassen und so versuchen, ein erneutes Kartoffel-sonntags-Desaster wie 2010 zu verhindern. Und »für eine zeitliche Trennung von Castor-Transport und Kartoffelsonntag» habe er auch bereits »die Unterstützung von Kanzleramtsminister Ronald Pofalla», teilte der Bundestagsabgeordnete jetzt mit. Und er werde auch in »Berlin weiter Druck machen», versprach Pols. Bei der Dannenberger Werbegemeinschaft hofft man sehr, dass die frühzeitigen Bemühungen Erfolg haben werden. Noch einen Kartoffelsonntags-Ausfall mit all seinen negativen Folgen könne man nur schwerlich verkraften, sagte Werbegemeinschaftsvorsitzende Sylvia Nowak. »Wir brauchen die politische Unterstützung und freuen uns, dass man sich für unsere Belange einsetzt», lobte sie das Engagement von Pols und Stadtdirektor Jürgen Meyer. Sollte es trotz allem doch wieder zu einer Terminkollision kommen, müsste die entsprechende Information aber in diesem Jahr wenigstens rechtzeitig an die Stadt und die Werbegemeinschaft weitergeleitet werden. »Damit wir zumindest eine kleine Chance haben, umzuplanen», so Nowak.