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vom 06.08.2010

"Der Filz erreicht eine neue Qualität”

Endlager-Projekt: Die Personalie Thomauske sorgt für einen Aufschrei unter Gorleben-Gegnern

lr Gorleben. Mit großer Empörung reagiert die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) auf die Pläne des Bundesumweltministeriums (BMU), Dr. Bruno Thomauske an einer Sicherheitsanalyse für das geplante Atommüll-Endlager Gorleben mitwirken zu lassen. „Der Filz erreicht unter Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) eine neue Qualität", kommentiert BI-Sprecher Wolfgang Ehmke die Personalentscheidung. Thomauske gilt als Atomlobbyist.

Die BI erinnert: Thomauske war vor Jahren vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zum Atomstromkonzern Vattenfall gewechselt. Dort war er Geschäftsführer der Atomsparte im Vattenfall-Konzern, als in dessem Reaktor Krümmel bei Hamburg ein Trafobrand ausbrach und einen gefährlichen Zwischenfall verursachte. Nach massiven Vorwürfen, wie dieser Zwischenfall kommunikativ gemanagt wurde, entband Vattenfall Thomauske von seiner Funktion. Zurzeit habe der ehemalige Atom-Manager einen Lehrstuhl an der Technischen Hochschule Aachen, der vom Energiekonzern RWE gefördert werde, weiß die BI. „Thomauske ist nicht nur voreingenommen, er ist ein Atomlobbyist. Floskeln wie Transparenz, Ergebnisoffenheit und Bürgerbeteiligung werden durch derartige Personalentscheidungen und den Antrag, im Salzstock Gorleben alternativlos ab 1. Oktober die Bauarbeiten wieder aufnehmen zu lassen, konterkariert." Die BI findet das „scham- und skrupellos".

Der Landtagsabgeordnete Kurt Herzog (Die Linke) zeigt sich „entsetzt" über die „Unverfrorenheit", mit der Röttgen „Atomlobbyisten der schärfsten Sorte an exponierter Stelle" installiere. Damit mache er den „Bock zum Gärtner". Die SPD Uelzen/Lüchow-Dannenberg kritisiert, dass damit ein objektives Verfahren nicht möglich sei. Die propagierte ergebnisoffene Untersuchung des Salzstockes sei mit dem „parteilichen Gutachter" nichts anderes als eine weitere Täuschung der Öffentlichkeit.

Bearbeitet am: 06.08.2010/ad


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