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vom 29.04.2010

»Keine Pläne für Asse-Müll»

Neue Verpackungshalle in Gorleben: Atomkraftgegner befürchten »Drehscheibe»

gel Gorleben. In der geplanten Verpackungshalle im Zwischenlager Gorleben soll kein Atommüll aus dem absaufenden Versuchsendlager Asse II landen. Sowohl die antragstellende Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) als auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) haben Spekulationen darüber zurückgewiesen.

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Bild: Etwa 2000 Behälter mit schwach- und mittelradioaktivem Inventar stehen nach Angaben der Betreiberin im Zwischen-lager Gorleben - sie sollen ab 2012 in einer neuen Verpackungshalle fürs Endlager Schacht Konrad konditioniert werden. Müll aus dem absaufenden Endlager Asse II soll dort allerdings nicht umverpackt werden, betonen GNS und BfS. Aufn.: GNS

Die Atomkraftgegner befürchten dagegen sehr wohl, dass Gorleben mit der neuen Einrichtung zur »Drehscheibe» werde, um schwach- und mittelradioaktive Abfälle endlagerfähig umzupacken. Die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) warnt: »Eine Neuinvestition in Millionenhöhe tätigt die GNS nicht, um nur die Abfälle, die bisher in Gorleben unzureichend verpackt wurden, neu zu verpacken.»

Die GNS plant am Zwischenlager in Gorleben einen Anbau, in dem schwach- und mittelradioaktive Abfälle für das Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter präpariert werden sollen (EJZ berichtete). Neu konditioniert werden sollen angeblich 2000 in Gorleben stehende Behälter. GNS-Sprecher Jürgen Auer betont gegenüber der EJZ, dass »mit Sicherheit kein Asse-Müll» in Gorleben neu verpackt werde. Das BfS weist Spekulationen über den Asse-Müll gar als »absurd» zurück. Ein Sprecher: »Es gibt keine Pläne und wird keine Pläne geben, Abfälle aus der Asse in Gorleben zu konditionieren». GNS-Sprecher Jürgen Auer merkt dazu an: Noch sei gar nicht klar, ob der Müll aus der Asse überhaupt herausgeholt werde. Und selbst wenn: Bei der dort vorhandenen Menge würde es sich anbieten, eine eigene Verpackungshalle vor Ort einzurichten.

Die Gorleben-Gegner sind dennoch alarmiert. Die BI erinnert daran, dass die Atom- industrie einst für diesen Müll im Zwischenlager konradgeeignete Container verwendet habe -und nun sei sogar ein Erweiterungsbau nötig, um die neuen Einlagerungsbedingungen zu erfüllen. Für die BI ein deutliches Zeichen, »dass bisher niemand die Atommüll-Endlagerung im Griff hat». Die Gorleben-Gegner warnen jedenfalls davor, möglicherweise Asse-Müll zwischen Wolfenbüttel und Gorleben hin und her zu transportieren, um die Abfälle zu konditionieren. Die BI sorgt sich auch um die Strahlenexposition, wenn mit verpresstem Rohabfall hantiert wird. Man werde jedenfalls den Antrag der GNS genau unter die Lupe nehmen.

Die Landtagsgrünen lehnen unterdessen weitere Atomanlagen in Gorleben ab. Die Landtagsabgeordnete Miriam Staudte aus Scharnebeck sieht Gorleben mit dem Bau einer Verpackungshalle auf dem Weg zum »nuklearen Entsorgungszentrum». Die GNS versuche »mit einer Salami-Taktik, Gorleben zum Atomklo zu machen». Jede Art, Atommüll umzupacken, sei mit Risiken und Emissionen verbunden.

Vor dem offenen Umgang mit Atommüll in der neuen Halle warnt auch der Landtagsabgeordnete Kurt Herzog (Die Linke) aus Dannenberg. Er spekuliert sogar darüber, dass Atommüll aus der Asse womöglich eines Tages in Gorleben endgelagert werden könnte: weil die Mengen für den Schacht Konrad zu groß seien und die Inhalte auch nicht den Annahmebedingungen entsprächen. Der Linken-Politiker fordert, dass die Themen jedenfalls sofort in die Ausschüsse im Landkreis und auf Landesebene kommen. Auch Bundesumweltmi-nister Norbert Röttgen (CDU) müsse sich in Lüchow-Dannenberg endlich äußern, wie mit den anfallenden Atommüllmengen verfahren werden soll. Und Herzog warnt: In der neuen Verpackungshalle sollen die etwa 2000 Gebinde aus Gorleben geöffnet werden. Dabei habe es in der Vergangenheit schon diverse Überraschungen gegeben, erinnert Herzog an die sogenannten Mol-Fässer, in deren Inhalt illegal Plutonium untergemischt war.

Bearbeitet am: 29.04.2010/ad


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