lni Hannover/Gorleben. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat der Union im Koalitionskonflikt um die Suche nach einem AtommüllEndlager einen Kompromiss vorgeschlagen. Wenn die CDU/CSU die neue Standortsuche mitträgt, werde ich das Gorleben-Moratorium, also die Unterbrechung der Arbeiten im Erkundungsbergwerk, sofort aufheben", sagte er der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Die Erkundung war im Jahr 2000 durch den Energiekonsens der rot-grünen Bundesregierung mit den Stromkonzernen gestoppt worden.

Bild: Der Erkundungsstopp im Salzstock Gorleben könnte aufgehoben werden, wenn die Union eine neue StandortSuche für ein AtommüllEndlager mitträgt, sagte Minister Sigmar Gabriel. Foto: Spiegel
Gabriel hält die Suche nach alternativen Standorten für erforderlich, weil für Gorleben in Niedersachsen kein Langzeit Sicherheitsnachweis bestehe. Er will bis zur Sommerpause die Suche nach einem alternativen Standort für Gorleben durchsetzen. Die Unions-Fraktion im Bundestag dringt darauf, die Erkundung von Gorleben möglichst schnell fortzusetzen. Atomkraftgegner begrüßten eine Suche nach alternativen Standorten, lehnten aber eine Wiederaufnahme der Arbeiten in Gorleben ab. Sie halten das Salzgestein nicht für sicher. Ein politischer Tauschhandel kann nicht die Grundlage für einen ernsthaften Umgang mit hochradioaktivem Müll sein", sagte ein Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg.
Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) sagte zu den Plänen Gabriels: Der Vorschlag kommt nicht in Frage." Es bleibe bei der Forderung, den Salzstock in Gorleben ergebnisoffen" zu Ende zu erkunden. Nach der Entscheidung für den Ausbau des ehemaligen Eisenbergwerks Schacht Konrad in Salzgitter zu einem Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Abfall will Niedersachsen auf Ausgleichszahlungen von Bund und Ländern für die betroffene Region dringen. Sander sagte, es handele sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe".