rg Tollendorf. Mehr als 100 Castor-Gegnerinnen und -Gegner haben gestern Nachmittag am Bahnübergang Grünhagen bei Tollendorf gegen den geplanten Castor-Transport nach Gorleben demonstriert. Die Ak-tion, an der auch mehrere Trecker beteiligt waren, verlief nach Angaben der Polizei völlig friedlich. Zu Auseinandersetzungen kam es nicht. Auch der Bahnverkehr zwischen Lüneburg und Dannenberg konnte ohne Be- einträchtigungen rollen. Die Demonstranten hielten die Züge nicht auf, verließen immer, wenn ein Zug kam, die Schienen", berichtete Polizei-Sprecher Kai Richter.
Bild:Aufn.: R. Groß merksam. Bei der Polizei, die auch berittene Kräfte einsetzte,
zeigte man sich erfreut über den friedlichen -Verlauf der Aktion. So wünschen wir
uns das eigentlich immer", stellte Sprecher Kai Richter heraus.
Die Castor-Gegner hatten nach eigenen Angaben ursprünglich geplant, mit den Fahrzeugen über den Bahnübergang zu einem auf der anderen Seite der Schiene liegenden Hünengrab zu fahren und dort einen großen Feldstein mit einem eingemeißelten X aufzustellen. Die Beamten, Bundespolizei und niedersächsische Landespolizei, versperrten den Traktoren jedoch mit einem Bulli den Weg, so dass der kleine Konvoi auf einem Waldweg neben der Schiene zum Stehen kam. Dort richteten sich einige Teilnehmer der Demonstration dann fast schon häuslich ein, mit Campingtischen, . Stühlen und Picknick-Zubehör. Die Polizei überwachte das friedliche Geschehen aus der Ferne und sperrte die Schiene ab, um eventuelle Gleisblockaden zu verhindern. Doch so etwas sei nicht Ziel der Aktion gewesen, heiß es von den Demonstranten. Wir wollten nur den Mahnstein aufstellen. Aber das wurde uns ja nicht erlaubt", ärgerte sich einer der Castor-Gegner. Der große Feldstein, der am Bahnübergang per Meißel von zwei handwerklich geschickten Männern mit einem großen X versehen worden war, soll nun bei Zernien aufgestellt werden.
An der Aktion im Wald bei Tollendorf nahmen auch Mitglieder der so genannten Clown Armee teil, die sich in diesem Jahr im Vorfeld des CastorTransportes gebildet hatte. Die uniformierten und geschminkten Harlekine machten an der Schiene und im Wald mit Lachen und Winken auf sich aufmerksam.
Kleine und große Trecker rollten aus dem Wald in Richtung Schiene. Doch die Polizei ließ den Konvoi nicht durch, um eine eventuelle Gleisblockade zu verhindern. Eine solche sei aber gar nicht geplant gewesen, betonten Atomkraftgegnerinnen und -gegner.