epd Gorleben. Er sei von Polizeibeamten »herumgeschubst» worden, berichtet der evangelische Pastor Eckhard Kruse von Behinderungen seiner Arbeit durch die Polizei beim Castor-Transport nach Gorleben. Der Uelzener Propst Wolf von Nordheim hat an anderer Stelle mit seinem Team keine Behinderungen erlebt.

Bild: Pastor Eckhard Kruse (rechts) und andere Seelsorger im Gespräch mit Polizisten während des Castor-Transportes. Aufn.: R. Groß
Insgesamt waren rund 35 evangelische Seelsorgerinnen und Seelsorger am Wochenende als kirchliche Konfliktschlichter unterwegs, bis der Castor-Transport am Montagmorgen das Zwischenlager in Gorleben erreichte. Seit elf Jahren ist das Kirchenbüro in Dannenberg während der Atommülltransporte Einsatzzentrale für Seelsorger. Von Nordheim berichtete von seinem Einsatz in der Nacht zum Montag: »Wir hatten keine Schwierigkeiten der Akzeptanz unseres Einsatzes durch die Polizei.» Er bewertete den Einsatz der Seelsorger, die bei Konflikten zwischen Demonstranten und Polizei vermitteln wollten, insgesamt positiv: »Allein die Tatsache, dass wir dazwischen stehen, wird sicher dazu führen, dass manches unterbleibt.» Der Uelzener Probst war gemeinsam mit Diakon Henning Schulze-Drude und dem Kirchenkreistagsvorsitzenden Rainer Künne-Rosien vom späten Sonntagabend bis Montag früh bei nasskaltem Wetter unterwegs.
Nach dem Eindruck von Pastor Kruse haben viele Castor-Gegner von der Polizei »keine Achtung als Menschen erfahren». »Die Demonstranten wurden zum Teil behandelt, als wären sie Verbrecher», sagte der Pfarrer. Dabei sei der Konflikt um die Atomkraft ein gesellschaftliches Problem, der Protest sei nachvollziehbar und verständlich.
Die Entschlossenheit zu protestieren habe zugenommen, sagt der Langendorfer Pastor Detlef Hasse. »Die Leute haben große Sorge um ihre Heimat und die Zukunft.» Am Montagabend wurde in der Kirche Gottesdienst gehalten, wie in jedem Jahr, nachdem die Castoren Gorleben erreicht haben. »Die Andacht ist immer wieder Ort der Klage, aber auch für Solidarität und Trost», sagt Hasse. Für auswärtige Demonstrantinnen und Demonstranten boten einige Kirchengemeinden zudem handfeste Stärkung an.
Bei den Katholiken in Dannenberg gab es einen Mittags-tisch, in vielen evangelischen Gemeindehäusern gespendeten Kuchen, Brote und ein Nachtquartier. Der Protest werde von vielen Menschen in der Gemeinde mitgetragen, stand in Dannenberg angeschlagen: »Wenn Sie sich diesem friedlichen Protest anschließen wollen, können Sie unsere Gäste sein.»