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vom 14.11.2006

Gelbe Pyramiden auf der Castor-Strecke

Vier Ankett-Aktionen von Castor-Gegnern in der Nacht des Straßentransportes - Große Sitzblockade auf der Nordroute

rg Klein Gusborn. Die Landwirte kamen in diesem Jahr nicht mit Traktoren. Sie kamen mit Gabelstaplern.

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Bild:Pyramiden gegen den Castor: Drei Beton-Konstruktionen brachten Mitglieder der Bäuerlichen Notgemeinschaft in der Nacht zu Montag auf die Transportstrecken der Castoren und ketteten sich darin an. Aufn.: R. Groß

Und sie überraschten damit die Polizei, die deshalb nicht verhindern konnte, dass sich insgesamt zwölf Mitglieder der Bäuerlichen Not- gemeinschaft in der Nacht zu Montag auf den beiden Castor-Transport-Strecken festketteten, die Arme tief in die gelben Beton-Pyramiden gesteckt, die sie mit den Gabelstaplern auf die Straßen gebracht hatten. Der Startschuss für die Ankett-Aktionen kam aus Klein Gusborn. Dort stand die erste Pyramide um 19.30 Uhr auf der Landesstraße 256. In Langendorf tauchte der gelbe Klotz, verziert mit den Firmenlogos der großen Energieversorger, kurz nach 21 Uhr »wie aus dem Nichts» auf, wie es ein Polizist formulierte. Die letzte der drei Pyramiden, die in Splietau, stand gegen Mitternacht auf der Straße, wie die anderen verziert mit einem kleinen, grünen Modell-Trecker auf der Spitze. Der Polizei bereiteten die Pyramiden einige Schwierigkeiten. So gelang es den Beamten erst weit nach 1 Uhr am Montagmorgen, die letzte Pyramide - die in Splietau - zu entfernen. Einige der angeketteten Aktivis-ten kamen mit Erschöpfungssymptomen und Unterkühlungen ins Krankenhaus. Die Pyramiden wurden von der Polizei beschlagnahmt.

Mit ihrer Aktion wollten die Castor-Gegner auf die Verantwortung der großen Stromkonzerne für die »lebensverachtende Atomenergie» aufmerksam machen, teilte die Bäuerliche Notgemeinschaft mit. »Für die Blockierer stehen die ägyptischen Pyramiden als Zeichen für die Vergänglichkeit aller von Menschenhand geschaffenen Werke», so die Notgemeinschaft. »Aber die Stromkonzerne und Politiker maßen sich an, die Sicherheit hochradioaktiven Atommülls über 100000 Jahre zu garantieren.» Die Ankett- ktionen seien daher »ein Akt der Notwehr.»

Ganz ähnliche Motive ließen rund 900 Castor-Gegner zum Teil mehr als zwölf Stunden bei Regen und Wind friedlich und gewaltfrei auf den Straßen rund um den Verladebahnhof in Breese/Marsch ausharren. Die Sitzblockaden der Anti-Castor-Initiative »X-tausendmal-quer» und »Widersetzen» bei Seybruch auf der B 191 und auf dem Friedhofsweg zwischen Splietau und Nebenstedt hatten beim Eintreffen des Castor-Zuges im Verladebahnhof in Breese/Marsch begonnen und waren nach nahezu zwölf Stunden von der Polizei geräumt worden. Die Teilnehmer, die sich friedlich von der Straße hatten tragen lassen, wurden in einem umzäunten Areal bis zur Durchfahrt des Castors festgesetzt.

Weniger friedlich ging es wenig später in Laase zu. Dort ging die Polizei nach eigenen Angaben mit Wasserwerfern und Pfefferspray gegen rund 250 Demonstranten vor, die versuchten, auf die Transportstrecke zu gelangen. Die Castor-Gegner sprechen von einer »regelrechten Hetzjagd» auf einzelne Protestierer.

Bearbeitet am: 14.11.2006/ad


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