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vom 14.11.2006

»Deutlich höhere Schlagzahl»

Castor-Einsatz: Polizei kritisiert größere Gewaltbereitschaft bei einem Teil der Demonstranten

gel Lüchow. Ganz am Ende der Pressekonferenz zeigte sich Castor-Polizeieinsatzleiter Friedrich Niehörster scherzhaft und bissig zugleich: Zu den erneut so weit auseinanderliegenden geschätzten Zahlen der Castor-Demonstranten sagte der Polizeichef: »Wir zählen die, die da sind, und nicht die, die hier auch wohnen.» Zuvor hatte Niehörster seinen Eindruck geschildert, dass es den Trend gebe, sinkendes Protestpotenzial durch mehr Gewaltbereitschaft zu kompensieren.

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Bild:"Wieder etwas aggressiver" als 2005 habe sich der Protest gegen den Castoren-Transport nach Gorleben dargestellt: Dies bilanzierte gestern auf einer Pressekonferenz in Lüchow Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU): Man habe es mit 3500 Demonstranten zu tun gehabt, darunter etwa 700 bis 800 gewaltbereite, sagte Schünemann. Aufn.: J. Feuerriegel

Die »deutlich höhere Schlagzahl» von Gewaltaktionen beim jüngsten Castoren-Transport nach Gorleben stand dann auch im Mittelpunkt der gestrigen Polizei-Pressekonferenz zum Castor-Einsatz.

»Wieder etwas aggressiver» als 2005 habe sich der Protest bei diesem Castor-Transport dargestellt, sagte Niedersachsens In-nenminister Uwe Schünemann (CDU). Man habe es insgesamt mit etwa 3500 Demonstranten zu tun gehabt, darunter 700 bis 800 gewaltbereite. »Aufs Schärfste» verurteilte Schünemann die Steinwürfe auf Polizis-ten. Hans-Georg Lison, Vizepräsident des Bundespolizeipräsidiums Nord und Einsatzleiter für den Schienenabschnitt, zeigte zwar Verständnis für den Protest im Wendland, aber wenig Verständnis für die wenigen Gewalttäter, die die Gesundheit der Polizisten beeinträchtigten. Er berichtete von einem Versuch, die Gleise zwischen Lüneburg und Dannenberg zu unterspülen, von einer Bombenattrappe an den Gleisen bei Nahrendorf sowie von einem Zivilwagen der Bundespolizei, der in Bredenbock von 70 Demonstranten eingekesselt worden sei.

»Viel aggressiver» habe sich diesmal der Protest bereits im Vorfeld dargestellt, sagte Polizeichef Niehörster. So sei bei einer Fahrzeugkontrolle am Donnerstag in Langendorf einem Polizisten eine Taschenlampe »durchs Gesicht gezogen» worden. Folge: ein Nasenbeinbruch. Niehörster erinnerte auch noch einmal an die am Freitag entdeckte Falle in Dannenberg: In einem in die Straße eingelassenen Kanalschacht sei eine dort verankerte hydraulische Vorrichtung entdeckt worden, über die Nägel durch vorgebohrte Löcher hätten ausgefahren werden können. Offenbar sollten anfahrende Polizeiautos so beschädigt werden. Wie Niehörster andere Ereignisse bewertet? Die Clownarmy: Schluss mit lustig sei, wenn Beamte angefasst werden oder in die Zügel von Pferden gegriffen werde. Die Ankettaktionen an die Betonpyramiden: »eine Fortsetzung der Bundesjugendspiele» nach dem Motto: Wer sei besser - die Polizei oder die Demonstranten? Die Polizei habe die Situation in freundlicher Atmosphäre »ohne großen Stress» gelöst. Es sei »ein toller Sport», so Niehörster -den man aber besser nicht auf der Transportstrecke treiben sollte. Die Sitzblockaden am Verladekran: »passiv, friedlich, unaufgeregt.» Der Einsatz in Laase am Montagmorgen: ein aggressives Potenzial mit Steinewerfern. Die Polizei habe Wasserwerfer und Schlagstöcke einsetzen müssen, denn »wir mussten diese Straße halten.» Dass Anwälte in der Nacht nicht zu Ankettaktionen durchgelassen worden oder gar festgenommen worden seien - »davon weiß ich nichts», sagte Polizeichef Niehörster. Das sei eine »immer wieder provozierte Beschwerde». Grundsätzlich würden selbstverständlich Anwälte zu diesen Orten vorgelassen - es sei denn, die Einsatz- situation lasse das nicht zu.

Bearbeitet am: 14.11.2006/ad


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