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vom 13.11.2006

Protest über den Gleisen

Robin-Wood-Aktivisten an Seilkonstruktion über der Castor-Strecke bei Leitstade

rg Leitstade. Vier Aktivisten der Umweltschutz-Organisation Robin Wood haben gestern Mittag den Castor-Zug für mehr als zwei Stunden zum Anhalten gezwungen. Sie hatten in der Nähe des Bahnhofes Leitstade ein Seil über die Bahnstrecke Dannenberg-Lüneburg gespannt und sich mit Sicherungsgurten daran aufgehängt.

13d.jpg (14827 Byte) Der Castor-Zug mit atomarem Abfall aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague hielt daraufhin bei Oldendorf an, später noch einmal - aus taktischen Gründen, hieß es von der Polizei - am Bahnhof Göhrde. Er fuhr erst wieder an, nachdem Polizeikräfte die Robin Wood-Aktivisten abgeseilt und in Gewahrsam genommen hatten. Sie wurden nach der Feststellung ihrer Personalien wieder auf freien Fuß gesetzt, so eine Sprecherin der Umweltschutz-Organisation.

»Wir wollen die Öffentlichkeit wachrütteln. Niemand soll mehr darauf vertrauen, dass der Atomausstieg beschlossene Sache ist und quasi von allein kommen wird», begründete Andreas Kleinhans, Vorstandssprecher von Robin Wood, die spektakuläre Aktion. »Tatsache ist: Die Atomkraftwerke laufen weiter. Selbst die ältesten Schrottmeiler wollen die Konzerne am Netz lassen.» Es gebe immer mehr Müll, der nirgends sicher beseitigt werden könne, so Kleinhans - schon gar nicht in Gorleben. Die fortgesetzte Atommüllproduktion sei ein Angriff auf das Leben der Menschen und auf das der nachfolgenden Generationen. »Und dagegen wehren wir uns», betonte Kleinhans.

Der Protest gegen den Castor-Transport und die Atom-Energie sei nötig und richtig, stellte Kleinhans heraus. »Der Atomausstieg findet - entgegen allen Beteuerungen - nicht statt. Der so genannte Atomkonsens zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgern war Etikettenschwindel und eine Täuschung der Öffentlichkeit», stellte Kleinhans die Gründe für die Seil-Aktion dar. »Der Atommüllberg wächst. Jedes Jahr kommen allein aus deutschen AKWs 400 bis 450 Tonnen abgebrannter Brennelemente hinzu. Ein sicheres Endlager ist nicht in Sicht.» Mit der symbolischen Aktion hätten sich die Robin Wood-Aktivisten öffentlichkeitswirksam während des Castor-Transportes ins Wendland für den Stopp der Atomtransporte und den sofortigen Ausstieg aus der Atomkraftnutzung eingesetzt, betonte Kleinhans. »Die Öffentlichkeit soll mitbekommen, dass der Widerstand gegen Atomkraft wächst. Protestaktionen nur weitab der Transportstrecke zu erlauben, ist eine nicht akzeptable Einschränkung der Grundrechte», sagte der Robin-Wood-Sprecher mit Blick auf die auch in diesem Jahr wieder erlassene Allgemeinverfügung der Polizei und die damit verbundenen De- monstrationsverbote entlang der Transportstrecken.

Bild: Protest über den Gleisen: Robin-Wood-Aktivisten haben sich gestern bei Leitstade mit Sicherungsgurten an einem Seil über der Castor-Bahnstrecke aufgehängt. Der Castor-Zug stoppte für zwei Stunden. Aufn.: R. Groß

Bearbeitet am: 13.11.2006/ad


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