ejzmini.gif (1299 Byte)

vom 11.11.2005 

BfS: Bestmögliches Endlager nur mit Standortvergleich

Ergebnisse umfangreicher Untersuchungen präsentiert

gel Gorleben. Ob Salz, ob Ton oder Granit: Zur Endlagerung radioaktiver Abfälle sei keines der möglichen Wirtsgesteine in Deutschland generell den anderen vorzuziehen. Und: Ein bestmöglicher Endlager-Standort sei nur auf Grundlage eines Standortvergleiches zu ermitteln.

11.jpg (20541 Byte)
Bild: Ein Ergebnis des umfangreichen Untersuchungsprogramms: Vorteile von Wirtsgesteinen -hier der Salzstock in Gorleben - seien nur im Vergleich zu ermitteln. Einen solchen fordert das BfS, wenn man den bestmöglichen Endlager-Standort für Atommüll finden will.

Aufn.: DBE

Dies sind die zentralen Aussagen eines Abschlussberichtes zu einem umfangreichen Untersuchungsprogramm des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) (als pdf.gif (224 Byte)pdf-Datei) zu sicherheitstechnischen und konzeptionellen Fragen der Endlagerung radioaktiver Abfälle. Damit spreche auch nichts gegen das Wirtsgestein Salz als Endlager-Medium, schlussfolgert die GNS (Gesellschaft für Nuklearservice) daraus. Und fordert, für den Salzstock in Gorleben deswegen das Moratorium -die Arbeitsunterbrechung - aufzuheben. Die GNS ist von den Energieversorgern beauftragt, die Entsorgungsaufgaben zu koordinieren. Die GNS beruft sich bei ihrer Forderung auf den Abschlussbericht. Danach könne nur eine standortspezifische Sicherheitsanalyse auf der Grundlage einer umfassenden wissenschaftlichen Bewertung den abschließenden Sicherheitsnachweis erbringen. Die GNS meint, dass die Betrachtung alternativer Standorte nur dann Sinn mache, wenn sich Gorleben als ungeeignet erweisen sollte. Ansonsten würden unnötige Kosten in Milliardenhöhe entstehen. Das BfS ließ im Untersuchungsvorhaben zwölf grundsätzlichen sicherheitstechnischen und konzeptionellen Fragen der Endlagerung radioaktiver Abfälle nachgehen. Das BfS unterstreicht, dass sich die Untersuchungen ausdrücklich nicht auf die Eignungsfrage des Salzstocks Gorleben bezogen hätten. Zusammengefasst sind die Ergebnisse in dem Bericht »Wirtsgesteine im Vergleich - Synthese». Der könne nun eine Grundlage für weitere Entscheidungen darstellen, so das BfS. Es könne jetzt nämlich ein Nachweiskonzept für die Langzeitsicherheit festgelegt werden, das alle Aspekte integriere. Die vier Kernaussagen der Untersuchungen:

» Es gebe keine eindeutigen Vorteile eines Wirtsgesteins in Deutschland. Die Aufstellung einer Rangfolge von Wirtsgesteinen sei daher auf dieser Basis nicht sinnvoll, sondern mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.

» Vorteile von Wirtsgesteinen seien nur im Vergleich zu ermitteln. Da die Verhältnisse auch innerhalb einer Wirtsgesteinsformation zum Teil starken Schwankungen unterliegen, könne ein Vergleich nur standortspezifisch erfolgen. Das BfS hält daher einen Standortvergleich für erforderlich, um über standortbezogene Sicherheitsanalysen den bestmöglichen Endlager-Standort in Deutschland zu ermitteln.

» Einige Schutzziele einer Endlagerung müssten geregelt werden, »da hierzu weitere wissenschaftlich-technische Arbeiten keine zusätzlich relevanten Informationen liefern können.» Das BfS nennt beispielsweise die Definition des Nachweiszeit-raums oder die Festlegung von Schutzzielen für Mensch und Umwelt, sollten chemotoxische und radioaktive Stoffe freigesetzt werden. Dazu zählten aber auch der Stellenwert der einzelnen Barrieren eines Mehrbarrierenkonzepts (EJZ berichtete) sowie »Schlüsselszenarien» für unbeabsichtigtes menschliches Einwirken in ein Endlager. Zudem müsse entschieden werden, ob der Atommüll rückholbar sein sollte. » Zukünftige Arbeiten zur Endlagerung radioaktiver Abfälle sollten sich aus Sicht des Bundesamtes für Strahlenschutz auf standortspezifische Sicherheitsanalysen konzentrieren. Die sollten die Erkundung mehrerer Standorte, ihren Vergleich sowie die Planung eines Endlagers parallel begleiten.

Bearbeitet am: 11.11.2005/ad


zurück zur Homepage