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vom 16.02.2005 

Trash-Figur hing über den Gleisen

Hindernis-Aktion mit Kunstobjekt bei Leitstade

rg Leitstade. Nur wenige Zentimeter Luft war noch zwischen dem 6.20-Uhr-Zug Dannenberg-Lüneburg und dem, was da gestern Morgen über den Gleisen in der Nähe des Bahnhofes Leitstade hing.

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Bild: Eine weitere Trash-Figur, die aus der HA-Schult-Ausstellung in Gedelitz gestohlen worden war, ist gestern wieder aufgetaucht: Sie hing über der Bahnstrecke Dannenberg-Lüneburg. Aufn.:R. Groß

Eine Trash-Figur baumelte mitten im Wald über den Schienen: mit einer Schlinge um den Hals an einem orangenen Kunststoffseil. Der zweite Zug des Tages hatte dieses Glück jedoch nicht mehr: Das Seil hatte durch das Gewicht der Müll-Figur mittlerweile so stark nachgegeben, dass die Trash-Figur über das Dach des Zuges schrammte, als dieser in langsamer Fahrt versuchte, das Hindernis zu passieren. Den dadurch angerichteten Schaden am Triebwagen und an den Waggons konnte die Deutsche Bahn noch nicht beziffern. Klar sei jedoch, dass seitens der Bahn die Verursacher des Schadens dafür zur Verantwortung gezogen werden sollen, kündigte Bahn-Sprecher Hans-Jürgen Frohns an.

Mit der gestrigen Behinderungsaktion ist nun die dritte derjenigen Trash-Figuren wieder aufgetaucht, die im vorigen Jahr aus einer Ausstellung des Künstlers HA Schult in Gedelitz gestohlenen worden war (EJZ berichtete). Kurz vor und bei dem Castor-Transport im vorigen Herbst waren ebenfalls in der Nähe von Leitstade die zwei anderen Trash-Figuren sichergestellt worden, so die Polizei. Die Untersuchungen in dem Fall hat die Ermittlungsgruppe Castor übernommen, sagt der Sprecher der Polizeiinspektion Lüneburg, Michael Düker. Denn der Zusammenhang mit dem Castor-Widerstand sei augenscheinlich. Darauf deutet auch ein Bekennerschreiben hin, dass in mehrfacher Ausführung in der Umgebung des Schienenhindernisses hinterlassen wur-de. Darin übernimmt ein »Subkommando H. Null Schuld» die Verantwortung für die Aktion. »Wir ermitteln wegen Gefährdung des Bahnverkehrs», erläutert Düker. Dieser Straftatbestand könnte bis zu zwei Jahre Haft bedeuten. Rätselraten herrscht darüber, wie es den unbekannten Tätern gelungen war, die schwere Müll-Figur über den Gleisen zu platzieren. Man habe im Gleisbett keine Spuren von Fahrzeugen gefunden, die zum Anheben der Figur benutzt worden sein könnten.

Der Bahnverkehr auf der Strecke Dannenberg-Lüneburg konnte bereits gestern Vormittag wieder aufgenommen werden. Ein technischer Zug des Bundesgrenzschutzes hatte die Trash-Figur wieder abgeseilt.

 

Bearbeitet am: 16.02.2005/ad


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