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vom 13.08.2005 

Protestierer wollten ins Gericht

Dannenberg: Demo gegen Durchsuchung -Rangelei mit Polizisten - Ein Verletzter in die EJK

rg Dannenberg. Bei einer Demonstration gegen eine Hausdurchsuchung bei zwei Atomkraftgegnern am Donnerstag in Tollendorf (EJZ berichtete) ist es gestern in Dannenberg zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Rund 75 Personen hatten sich am Vormittag vor dem Amtsgericht versammelt und in Sprechchören sowie auf Transparenten eine Stellungnahme des Richters gefordert, der den Durchsuchungsbefehl für die Wohnungen in Tollendorf unterschrieben hatte.

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In ein Protest-Spruchband wollten Demonstranten einen Polizisten einwickeln: Auf dem Dannenberger Marktplatz hatte sich eine Auseinandersetzung entwickelt. Aufn.: R. Groß

Nachdem der Richter über die Polizei hatte mitteilen lassen, dass er keine Stellungnahme abgeben und auch die Demonstranten nicht empfangen werde, versuchten einige der Demonstrationsteilnehmer, ins Gericht zu gelangen. Sie wurden an diesem Vorhaben jedoch von Polizeikräften gehindert, die den Eingangsbereich des Gebäudes abgeriegelt hatten.

Dabei kam es zu ersten Rangeleien; eine Demonstrantin, die die Polizeiabsperrung durchbrechen wollte, wurde leicht verletzt. Die Protestierer zogen nach dem erfolglosen Versuch, ins Amtsgericht zu gelangen, in die Innenstadt, wo sie vor dem Alten Rathaus und in der Langen Straße in Sprechchören und mit Redebeiträgen ihrem Unmut gegen die ihrer Ansicht nach verfassungswidrige Durchsuchung bei den beiden Wohnungen der Journalisten in Tollendorf Luft machten.

Dabei kam es dann auf dem Marktplatz zu handfesten Auseinandersetzungen, als einige der Protestierer einem Polizeiwagen die Durchfahrt versperrten und versuchten, den Beamten, die den Wagen umstellt hatten, Ausrüs-tungsgegenstände zu entwenden. Als die Polizisten sich dagegen zur Wehr setzten, wurden sie von einigen Demonstranten angegriffen - und schlugen zurück. Dabei wurde ein Demonstrant am Kopf verletzt; er wurde in die Elbe-Jeetzel-Klinik gebracht. Ein Protestierer, der nach Polizeiangaben versucht hatte, einem Polizisten sein Funkgerät zu rauben, wurde festgenommen und in die Polizeiwache am Marktplatz gebracht. Daraufhin versuchten die Demonstranten, in die Polizeiwache zu gelangen und den Festgenommenen zu befreien. Dieser wurde wenig später wieder freigelassen, es laufe jedoch ein Strafverfahren gegen den Mann, teilte die Polizei mit.

Nachdem die Demonstration beendet war, kam es vor der Polizeiwache erneut zu Auseinandersetzungen, in deren Verlauf ein weiterer Demonstrant in Gewahrsam genommen wurde. Diesen brachten die Beamten ebenfalls in die Wache. Als von dort wenig später laute Schreie zu hören waren, versuchten erneut einige Protestierer in das Gebäude zu gelangen. Sie hätten befürchtet, der Mann werde misshandelt, so Dieter Metk, einer der Sprecher der Gruppe. »Wenn ich Schreie aus einer Polizeiwache höre, fühle ich mich an meinen Geschichtsunterricht erinnert», betonte Metk.

»An eine Zeit, die eigentlich schon lange vorbei sein sollte.» Die Polizei wies diese Vorwürfe und den Vergleich mit Methoden aus der Zeit des Nationalsozialismus entschieden zurück. »Der Mann hat geschrien, obwohl wir ihn noch nicht einmal angefasst haben», betonte einer der Beamten, und: »Er hat simuliert, um vorzutäuschen, er würde misshandelt. Aber das kennen wir hier ja schon von den Castor-Demos.»

Bearbeitet am: 13.08.2005/ad


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