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vom 21.10.2004
| Von Karin Ridegh-Hamburg Dannenberg. X-Symbole an Alleebäumen und in Vorgärten säumen wieder die Bundesstraße von Lüneburg in den Landkreis Lüchow-Dannenberg. Der achte Castortransport aus der Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins atomare Zwischenlager nach Gorleben steht kurz bevor. "Nach unseren Informationen könnten die Castoren schon am 8. November im Wendland eintreffen", sagt Francis Althoff von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Die Vorbereitungen für den Transport der zwölf Castoren laufen auf Hochtouren. Während BGSBeamte die Bahnstrecke kontrollieren, bereiten sich 50 Pastoren und Diakone mit einem "Mediations-Training" auf die erwarteten Konfrontationen von Atomkraftgegnern und Ordnungshütern, vor. "Die Kirche will ihre Friedensarbeit beim Castortransport verstärken", sagt Dannenbergs Superintendent Peter Kritzokat. Die Seelsorger werden - erstmals in weißen Westen, um besser erkannt zu werden rund um die Uhr am Brennpunkt sein. In ihrem "Pastorenbericht" zum Transport 2003 hatten die Kirchenvertreter der Polizei rüdes Vorgehen einzelner Beamter vorgeworfen. Die Polizei wird in diesem Jahr weniger Kräfte einsetzen als früher. "Das entspricht unserer derzeitigen Lagebeurteilung", sagt Einsatzleiter Friedrich Niehörster. Zahlen nannte der Direktor der Polizei im Regiefungsbezirk Lüneburg nicht. 2003 hatten rund 12 500 Beamte die Castoren auf ihrem Weg durch Niedersachsen gesichert. Fast alle Bundesländer schicken auch dieses Mal wieder Einsatzkräfte. Niehörster zeigt Verständnis für die Ängste und den Protest der Wendländer. "Der Protest ist legitim und wird ernsthaft betrieben. Wir wollen mit den Demonstranten vernünftig umgehen, aber wir werden unseren Auftrag ausführen", betont der Einsatzleiter. jeweils 50 Meter rechts und links der Transportstrecke werde es wieder ein allgemeines Demonstrationsverbot geben. Auch die Zahl der Konfliktmanager soll verringert werden. Die Beamten werden jedoch gezielter eingesetzt. "Polizeiliche Eingriffsmaßnahmen sollen dieses Mal immer gleich von Konfliktmanagern moderiert werden", erklärt der Einsatzleiter. Die Polizisten würden sich zudem stärker als bisher nahe an der Transportstrecke bewegen, um das Alltagsleben im Wendland möglichst wenig zu beeinträchtigen. Dass bisher weit weniger Demonstrationen angemeldet wurden als bisher, muss nicht auf ein Abflauen der Proteste hinweisen. "Wir wollen keine Energie im Vorfeld verschwenden", betont BISprecher Althoff und rechnet bei der Auftaktveranstaltung mit 3000 Demonstranten. Das InfoZentrum der Atomkraftgegner auf der Esso-Wiese in Dannenberg sei bereits genehmigt. Erstmals plant die Bl, bei ihrer Auftakt-Demonstration am 6. November über die Castorgleise vorbei an den fest installierten PolizeiContainern und der NatodrahtAbsperrung zu ziehen. "Wir wollen diese Bilder der Öffentlichkeit zeigen", sagt Althoff. Künstler werden die CastorTage im Wendland unter anderem mit Satire und Hip-HopRhythmen begleiten. Die Initiative "X-tausendmal quer" kündigte eine gewaltfreie Sitzblockade auf der Straße an. |
Bearbeitet am: 21.10.2004/ad