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vom 05.11.2004
| gel Platenlaase. Die Castor-Gegner wollen mit einem Widerstand der
Nadelstiche ihren Protest gegen Gorleben-Transporte fortsetzen. An mehreren Stellen sind
in den nächsten Tagen bunte Protestformen geplant: mit Kultur, Demonstrationen und
Sitzblockaden, von »widerspenstigen Widerstandsfäden» bis hin zu einem
»Kartoffelmarkt».
Bei einem Treffen am Mittwoch im Platenlaaser Café Grenzbereiche gab es einen Überblick über geplante Aktionen. »Tag X» wird aller Voraussicht nach der Montag sein: der Tag, an dem die zwölf Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll aus der Wiederaufarbeitung Lüchow-Dannenberg erreichen. Der Straßentransport ins Zwi-schenlager könnte dann in den frühen Morgenstunden des Dienstags stattfinden. Soweit der wahrscheinliche Zeitrahmen. Doch bereits am morgigen Sonnabend will der Castor-Widerstand die meisten Menschen auf die Straße bringen: bei der Auftaktdemonstration in Dannenberg. Man trifft sich um 12 Uhr auf dem Marktplatz und marschiert danach zu einer Kundgebung in Nähe des »Roadhouses» am Castor-Verladekran. Mobilisierungsprobleme nach außen werden von der Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) dementiert. Sehr wohl gibt es allerdings am Sonnabend parallel eine bundesweite De- monstration gegen den Abbau von Sozialrechten in Nürnberg. Dadurch wird dem Gorleben-Widerstand einiges an Zulauf von außen fehlen. Die BI geht allerdings davon aus, dass diese Demonstranten ab Sonntag ins Wendland kommen. Mit buntem Protest an und auf der Transportstrecke will der Widerstand am Sonntag weitermachen: beispielsweise mit einer Fahrrad-Demonstration vom Verladekran in Breese/Marsch nach Gorleben, mit »lustigen Spielen» bei einer »Rallye Monte Göhrde» unter dem Motto »Wir machen Arbeit» von Metzingen aus oder einem Testlauf von Quickborn aus unter dem Motto »fit gegen Castor». Am »Tag X» öffnet erneut der beheizte »Musenpalast» in Laase seine Zeltpforte. Durchgehend wird ein buntes Kulturprogramm geboten: von Lesungen bis Musik, von Improvisationstheater bis hin zu Clownerie. Zwischen Hitzacker und Leitstade soll an jenem Tag mit bunten Fäden aller Art ein »Widerstandsnetz» auf und neben der Castor-Strecke geknüpft werden. In einem Flugblatt heißt es: »Spinnfäden sind oft hauchdünn und fast nicht zu sehen, aber sie sind widerspenstig und klebrig und lassen sich nicht so einfach wegwedeln...» Am Montag startet in Groß Gusborn auch ein so genannter Kartoffelmarkt. Vieldeutiger Untertitel: »Spiel und Spaß rund um die Knolle». Die Widerstandsgruppe »Widersetzen» plant zum Straßentransport gewaltfreie Sitzblockaden in Groß Gusborn und Langendorf. Auch »X-tausendmal quer» plant eine Sitzblockade. Überrascht zeigt sich der Gorleben-Widerstand über das »massive Auftreten» der Polizei am vorigen Sonnabend beim so genannten »Schienen-Move» bei Hitzacker. Die Rede war von einer »Zuspitzung», weil berittene und behelmte Polizisten ag-gressiv gegen Demonstranten vorgegangen seien -und das eine Woche vor dem eigentlichen Protest. Die Castor-Gegner sprachen von »Prügelszenen» und einer »eskalierten Stimmung». |
Bearbeitet am: 05.11.2004/ad