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vom 14.02.2004 

Anmerkung der Castor-Nix-Da Redaktion:
siehe auch: Unbequem vom September 2004
Polizistin: Alles war ein "übler Scherz"

Sexuelle Übergriffe in eine Polizeicontainer?

Castor-Einsatz 2003: Beamtin erhebt schwere Vorwürfe gegen Kollegen

nt/seb Lüneburg. Zwei Polizisten sollen eine Kollegin während des Castor-Einsatzes im November 2003 in Gorleben sexuell belästigt und dabei sogar gefesselt haben. "Wir haben ein Verfahren wegen Nötigung und Freiheitsberaubung eingeleitet", erklärte Jürgen Wigger, Sprecher der Staatsanwaltschaft Lüneburg. Die beiden Männer seien noch nicht vernommen worden. Von der Frau liege bisher nur eine schriftliche Stellungnahme vor, die sie ihrem Dienstherren, der Landesbereitschaftspolizei, habe zukommen lassen. Wigger: "Wir wissen bis jetzt noch nicht einmal, wie alt die Frau ist." Die Vorfälle ereigneten sich nach deren Angaben am 11. und 12. November 2003 in einem Wohncontainer, der während des Castortransportes im Raum Gorleben stand. Im ersten Fall soll ein Polizist die Frau "mit sexuellem Hintergrund" belästigt haben, so Wigger. Tags darauf habe der Mann dann mit einem Kollegen erneut die Container-Unterkunft der Frau aufgesucht. Die beide Männer sollen  ihre  Kollegin an einen Bettpfosten gefesselt haben. "Von diesem Vorfall gibt es Fotos, die der Staatsanwaltschaft in den nächsten Tagen zur Verfügung gestellt werden", sagt Wigger.

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In solchen gontainerdörfern sind Polizisten während der Castor-Transporte untergebracht

Die Beschuldigten wurden vom Dienst suspendiert. "Sie mussten Waffen und Dienstausweise abgeben und dürfen das Polizei-Gelände bis zur Klärung der Vorfälle nicht mehr betreten", sagte der Sprecher der Landesbereitschaftspolizei in Hannover, Jörg Beensen. "Bisher hatten wir im Rahmen der Castortransporte noch nie mit solchen Vorfällen zu tun", ergänzte er. Die 1000 Beamten der Bereitschaftspolizei stellen die Hundertschaften bei den Großeinsätzen.

Grundsätzlich sei ein Fehlverhalten innerhalb der Polizei wie in diesem Fall aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) äußerst selten, aber auch nicht ganz zu verhindern. "Es gibt schon  mal das ein oder andere Problemchen", sagt der stellvertretende GdPLandesbezirksvorsitzende Ralf Munstermann. Im Innenministerium gibt es Zahlen über sexuelle Übergriffe bei der Polizei. Zwischen 1994 und 2000 seien insgesamt 27 Fälle bei der niedersächsischen Polizei dokumentiert, hieß es. Sie reichten von verbalen bis hin zu körperlichen Attacken. Weitere 20 Fälle seien von Frauenbeauftragten registriert und bearbeitet worden. Möglicherweise gäbe es aber ein größeres Dunkelfeld. Dass sich die Beamtin erst nach rund drei Monaten gemeldet hat, ist für Staatsanwalt Wigger nicht ungewöhnlich. Die Opfer stünden oft lange unter Schock, manche offenbarten sich aus Schamgefühl gar nicht.

Bearbeitet am: 15.02.2004/ad


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