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vom 18.11.2003 

Minister rechtfertigt die- Einkesselungen

Niedersachsen zieht Bilanz nach Castor-Transport

Von Peter Mlodoch

Hannover. Mehr als ein Drittel der Demonstranten gegen den Castor-Atommüll-Transport nach Gorleben haben sich zwischenzeitlich in Polizeigewahrsam befunden. Das ergibt sich aus einer Bilanz, die das niedersächsische innenministerium veröffentlichte. Danach zählten die Behörden 3500 Protestierer im Wendland. ihnen standen vor knapp einer Woche 12500 Einsatzkräfte von Polizei und Bundesgrenzschutz gegenüber.

Die Kosten des Einsatzes betrugen rund 25 Millionen Euro. Zum Schutz der Transportstrecke sei es insgesamt zu 1247 Ingewahrsamnahmen gekommen, erklärte Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Dazu gehöre auch die nächtliche Einkesselung von 600 Demonstranten in Grippel. "Das war absolut notwendig", rechtfertige Schünemann die Polizeiaktion; nur so habe man den Transport auf den letzten Straßenkilometern "vernünftig durchführen" können.

Ein Großteil der Ingewahrsamnahmen sei aber noch vor Ort schnell beendet worden, meinte der Minister; in die Gefangenensammelstelle Neu Tramm habe die Polizei insgesamt lediglich 255 Personen verbracht. Schünemann wies Kritik zurück, dass die Betroffenen dort über Gebühr lange festgehalten worden seien. Laut Innenministerium haben sich 500 gewaltbereite und etwa 170 gewälttägige Personen an den Protesten beteiligt. Eine genaue Definition, wer zu diesem Kreis zähle, blieb die Behörde aber schuldig.

Die Zahl der eingeleiteten Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Castor-Transport bezifferte Schünemann auf 85; darunter fielen Sitzblockaden auf den Schienen und der Beschuss von Polizisten durch Feuerwerkskörper. Außerdem seien mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt worden. Nach der Bilanz gab es auf Seiten der Polizei 27 leichtverletzte Beamte, 17 davon seien durch "Fremdeinwirkung", also durch Demonstranten verletzt worden. Bei den Demonstranten habe die Polizei zwei Verletzte registriert. Die Bürgerinitiativen im Wendland hatten von mehr als 120 verletzten Demonstranten gesprochen. Diese hätten sich durch überharte Polizeieinsätze unter anderem Knochenbrüche zugezogen, 24 seien durch Hundebisse verletzt worden.

Bearbeitet am: 18.11.2003/ad


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