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vom 09.11.2001
Camp-Verbot für Govelin
Bis gestern nur Hitzacker erlaubt
| dm Govelin. Die Bezirksregierung Lüneburg will
offensichtlich unbedingt verhindern, dass in Govelin ein Anti-Castor-Camp entsteht. Die Ordnungsbehörde hat gestern nachmittag einen Demonstrationszug der Atomkraftgegner für »Gastfreundschaft und gegen Polizeiwillkür» von Metzingen nach Govelin nur unter Auflagen zugelassen. Die aus mehreren Fahrzeugen mit Anhängern bestehende »Volxküche» durfte nicht am Konvoi teilnehmen, weil es in dem kleinen Ort, der 1,7 Kilometer von der Transportstrecke entfernt liegt, nicht zur »Verfestigung von Campstrukturen» kommen sollte. Nicht ganz 100 Atomkraftgegner starteten nachmittags in Metzingen nach Govelin. Dort wollten die Castor-Gegner die »Volxküche» feierlich empfangen und so das Camp einweihen. Nach Verhandlungen mit dem Einsatzleiter der Polizei blieb die »Volxküche» in Metzingen. Ob die Atomkraftgegner ihre Zelte an einem von der Bezirksregierung angebotenen Alternativstandort in einer Kiesgrube bei Pussade beziehen, stand gestern am späten Nachmittag noch nicht fest. Von der Campgruppe wird dieser Standort vor allem wegen der schlechten Witterung als unzumutbar angesehen. Unklar war gestern am frühen Abend noch, ob ein anderer Ausweichort für das Camp Govelin bei Tollendorf von der Bezirksregierung genehmigt wird. Während die Pressesprecherin der Behörde mitteilte, er werde noch geprüft, wollte die Polizei gestern nachmittag die »Volxküche» auch dorthin nicht fahren lassen. Die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz bezeichnet das Verbot des Anti-Castor-Camps Govelin als »skandalös», zumal dieses bereits im September angemeldet worden sei. Anmelder Dr. Dietrich Mackrodt, auf dessen Gelände das Camp geplant war, will auf alle Fälle Widerspruch gegen die Entscheidung der Bezirksregierung einlegen. Die Behörde begründete das Verbot mit der Nähe zur Bahnlinie und mit den Erfahrungen beim vorigen Castor-Transport, dass aus einem solchen Camp Straftaten begangen werden könnten. Kritisiert wird von den Atomkraftgegnern, dass die Behörde von den Verantwortlichen des Camps Govelin verlangt hat, sich öffentlich von Gewalt distanzieren: »Damit wird eine unbequeme Bewegung unter Generalverdacht gestellt.» Von mehreren angemeldeten Anti-Castor-Camps in der Nähe der Transportstrecke war bis gestern nachmittag nach Angaben der Bezirksregierung nur das am Hitzacker-See bestätigt. Geprüft worden sei gestern noch von den Juristen der Behörde, ob die angekündigten »Zeltstädte» in Breese/Marsch und auf dem Hof Darzau erlaubt werden. Auch zur großen Demonstration gegen den Castor-Transport am in Splietau hat es gestern nach Angaben der BI noch keine Bescheid gegeben. »Jetzt werden wir hingehalten», ärgert sich BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Durch die Verzögerungstaktik werde die Möglichkeit unterlaufen, gegen Auflagen zur Demonstration rechtzeitig zu klagen. |
Bearbeitet am: 09.11.2001/ad