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vom 29.10.1998
Frankreich will im Lande lagernden Atommüll zurückschicken
| Paris (dpa) - Frankreich will den im Lande lagernden
Atommüll aus anderen Staaten möglichst schnell in die Herkunftsländer zurückschicken. Der für die Industrie zuständige Staatssekretär Christian Pierret zeigte sich vor der französischen Nationalversammlung am Mittwoch unzufrieden mit dem bisherigen Rhythmus der Transporte. "Die Rückkehr-Transporte haben ihre Durchschnitts-Geschwindigkeit noch nicht erreicht, und das ist nicht zufriedenstellend - daher meine Unzufriedenheit", meinte er. Pierret betonte den Willen der Regierung, die entsprechenden Gesetze über die Aufarbeitung verbrannter Brennstäbe strikt zu befolgen. Sie sehen die Rückkehr in die Herkunftsländer vor und verbieten eine Lagerung in Frankreich. Vor einigen Tagen war aus offiziellen Berichten bekanntgeworden, daß illegal knapp 9 000 Tonnen Atom-Abfälle in Frankreich lagern, von denen zwei Drittel aus Deutschland und Japan stammen. Dabei handelt es sich um wiederaufgearbeitete atomare Abfälle. "Die französische Regierung bemüht sich um eine Korrektur dieser Situation, indem sie mit den ausländischen Regierungen und den Industriellen transparente und regelmäßige Verfahren für den Rücktransport erstellt", sagte Pierret. Er drohte indirekt mit einem härteren Vorgehen, falls sich die Herkunftsländer zögerlich zeigen sollten. "Wenn es erforderlich sein sollte, wird die Regierung nicht zögern, ihren europäischen Partnern in Erinnerung zu rufen, daß sie sich zur Rücknahme ihrer Abfälle und konsequenterweise zur Ermöglichung der Rückkehraktionen verpflichtet haben, und es sich um Verträge handelt, die erfüllt werden müssen." Allein in die Aufarbeitungsanlage von La Hague in Nordfrankreich sind nach einer Zählung aus dem März dieses Jahres 3 552 der insgesamt 8 760 Tonnen Atomabfall aus Deutschland geschickt worden, 2 374 Tonnen aus Japan, 592 Tonnen aus Belgien, 361 aus der Schweiz und 226 aus den Niederlanden. Mehr als sechs Jahre nach einem neuen Gesetz über die Verwaltung von Atomabfällen, das die Rückführung der Abfälle ins Herkunftsland vorsieht, gab es seit 1995 nur fünf solcher Transporte: drei nach Japan, zwei nach Deutschland. Zwar seien weitere Transporte in Vorbereitung, doch reichten auch die nicht, betonte Pierret in der parlamentarischen Fragestunde. |
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