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vom 30.11.1998
Abwarten oder
vorbereiten - wie reagieren Deutschlands Firmen?
Ausgaben in
Millionenhöhe und Testläufe
| dpa Hamburg.
Deutsche Unternehmen und Behörden haben das Computerproblem der Datumsumstellung zum 1.
Januar 2000 zwar erkannt, von einer Lösung sind sie aber oft entfernt. Gerade kleinen
Betrieben ohne eigene Computer-Experten droht zu Beginn des übernächsten Jahres ein
böses Erwachen. Großunternehmen gaben an, ihre Hard- und Software bereits aktualisiert
zu haben oder dies rechtzeitig zu tun. Der Hamburger Verlag Gruner + Jahr hat das Problem nach Angaben seines Pressesprechers Peter Casper Hamel vor einem Jahr mit einer neuen Software gelöst, die den Datumswechsel berücksichtige. Der Versandhauskonzern Otto will das Computerproblem "im Rahmen der täglichen Arbeit" angehen. Bis Ende 1999 seien die Schwierigkeiten gelöst, versicherte Pressesprecher Detlev von Livonius. Michael Lorenzen, Inhaber einer kleinen Elektrofirma in Hamburg
wartet ab. "Ich beobachte einfach, was andere Unternehmen machen". Wenn sich bis
1999 keine Lösung anbiete, wolle er selbst etwas unternehmen. Er hält das Datumsproblem
für weniger gravierend als die Umstellung auf den Euro."Wenn ein falsches Datum auf
den Rechnungen steht, dann müssen wir das eben korrigieren", meint Lorenzen. Die Deutsche Telekom wendet nach
Angaben von Pressesprecher Walter Genz rund 300 Millionen DM auf, um den Datumswechsel
vorzubereiten. Seit 1996 seien alle betroffenen Beim Reiseunternehmen TUI in Hannover
müssen alle Arbeiten schon früher, nämlich bis Ende 1998 abgeschlossen sein, weil im
Tourismusgeschäft ein Jahr im Voraus geplant wird. Der Geschäftsführer der TUI Tochter
InfoTech, Heinz Kreuzer, sagt, wesentliche Arbeiten seien seit drei Jahren durch ohnehin
fällige Neuanschaffungen und Umrüstungen erledigt worden. "Anfang 1999 fahren wir
einen großen Test auf einem extra angemieteten Rechner, um zu sehen ob alles
läuft", Ausgiebige Tests plant auch der Leiter der Softwareentwicklung im
Flensburger Kraftfahrtbundesamt, Heinz Wunderlich. In den Registern des Amtes, darunter
die zentrale Verkehrssünderkartei, wurden über zwei Es ist nicht schwierig, die Datumsfelder zu ändern, aber es ist schwer, alle Felder zu finden", sagt der Experte. Er arbeitet auch daran, das Computersystem gegen zweistellige Datumsangaben zu sichern, die von externen Computern eingeschleppt werden: "Das wäre das erste legale Computervirus der Welt". Verkehrssünderpunkte werden durch veraltete Software aber nicht verschwinden, ist Wunderlich überzeugt. |
Bearbeitet am: 30.11.1998/ad