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vom 29.05.1998
Kreistagsdebatte zum "Atommüll-Skandal" - Landkreis will Meßprotokolle überprüfen
"Einzige
undurchsichtige Pampe"
| by Dannenberg. Der
Landkreis will die Prüfprotokolle einschließlich der jüngsten Kontaminationsmessungen
für die im Zwischenlager in Gorleben eingelagerten acht CastorBehälter durch einen vom
Landkreis beauftragten Gutachter überprüfen und bewerten lassen. Außerdem soll das
Gelände rund um den Verladekran in Breese/Marsch auf radioaktive Belastung überprüft
werden. Die Kosten dafür habe die BLG zu tragen. Das hat Landrat Zühlke am Dienstag den Betreibern des Zwischenlagers geschrieben. Landrat schrieb an BLG
Mehrstündige
Debatte Die bunte Koalition hatte zu diesem Thema eine Resolution vorgelegt. Darin fordert sie das Umweltministerium in Bonn unter anderem auf, den Betreibern der kerntechnischen Anlagen die Betriebserlaubnis zu entziehen, weil sie die im Atomgesetz "geforderten Zuverlässigkeitskriterien nicht erfüllten". Außerdem sei das gesamte Meß- und Überwachungskonzept für die Gorlebener Anlagen sowie für die Atomtransporte auf die Kriterien Vollständigkeit, Unabhängigkeit und Öffentlichkeit zu überprüfen, heißt es in dem Papier. Herbert Waltke, Bündnis90/Grüne,
sprach vom "völligen Versagen staatlicher Aufsicht". Die Betreiber und
Aufsichtsbehörden seien das "größte Risiko". Als Kritiker der Atomenergie
sich nun im Recht zu sehen, sei kein Gefühl der Genugtuung, sondern eher eine Ahnung
davon, "was noch im Sumpf steckt". Klaus-Peter Dehde, SPD, hielt das Verhalten
der Konzerne für menschenverachtend, stellte fest, das Grauen sei Normalität geworden.
der Transnuklear, gehöre zu den
Atommüllerzeugern, "nichts da mit Trransparenz", klagte Wollny, es sei eine
"einzige undurchsichtige Pampe". "Fehler
im System"
Christoph von dem,
Bussche, FDP, war der Meinung, daß der derzeitige öffentliche Skandal kein Grund sei,
entsetzt zu sein. "Wir haben das erwartet, deshalb haben wir kalte Füße auf
Bahndämmen gekriegt. Wir haben gewußt, daß irgendwann so etwas passiert, denn wir haben
es mit Menschen zu tun." Wohler hätte es
"nett" gefunden, wenn Vertreter dies Landkreises dabeigewesen wären, als der
TÜV am Montag im Zwschenlager die Castoren nachgemessen habe, denn dann hätte man
"den Betreibern unbequeme Fragen" stellen können. Während Fischer es den Koalitionsmitgliedern gönnte, sich in dieser Stunde im Recht zu . en, beklagte Karin Bertholdes-Sandrock, CDU, zuviel Ironie und Schadenfreude bei SPD und Grünen. Ihr war es wichtig, deutlich zu machen, daß die gemessene Strahlung nicht auf mangelnde Dichte der Behälter zurückzuführen sei. "Der normale Bürger weiß nicht, was Kontaminierung ist, schon gar nicht Oberflächenkontaminierung, die hauen alles in einen Pott". Daß Redner der Koalition in diesem Zusammenhang an "Tschernobyl" erinnert hatten, fand sie unangemessen. Im Interesse der" Sicherheit der Menschen" forderte sie im Namen der CDU auch ein weiteres Gorleben-Hearing, weil ein Gorleben-Hearing
gefordert immenser
Informationsbedarf bestehe. Es gebe Menschen, die sich noch nicht so lange wie
beispielsweise Marianne Fritzen mit der Thematik beschäftigten, meinte Bertholdes-
Sandrock. |
Bearbeitet am:29.05.1998 /ad